Seit sechs Jahren gibt es deshalb an Schulen in Hamburgs Brennpunkten das Sprachförderprogramm „Family Literacy“ (Fly) – mit Erfolg. Bislang nehmen 33 Schulen an dem Programm teil, nun soll es auf mehr als 50 Einrichtungen ausgeweitet werden.
Die Lehrer bieten vor allem Eltern mit Migrationshintergrund an, an dem Programm teilzunehmen. Ihre Kinder sollen bereits in der Vorschule Freude am Lesen, Schreiben und Erzählen entwickeln. Hintergrund: Viele Kinder haben in der Schule Startschwierigkeiten, weil sie nicht gut auf die Schulzeit vorbereitet waren. Und manchmal schaffen sie es nicht, das Versäumte aufzuholen.
Offiziell geht bei es „Fly“ um den Aufbau einer häuslichen Schriftkultur. „Das hört sich so bombastisch an, aber das heißt dann zum Beispiel: Bitte lesen Sie Ihrem Kind zehn Minuten etwas vor. In welcher Sprache auch immer“, sagt Gabriele Rabkin, Projektleiterin beim Landesinstitut für Lehrerfortbildung.
Das „Fly“-Sprachförderprogramm wird unter anderem an Schulen in Altona, Wilhelmsburg, Jenfeld und Harburg angeboten. Als erstes deutsches Projekt enthält „Fly“ im September den Alphabetisierungspreis der Unesco. Hamburg war das erste Bundesland mit solch einem Förderprogramm. Die hier entwickelten Unterrichtsmaterialien gingen mittlerweile unter anderem an Berlin, Nordrhein-Westfalen und das Saarland.
(paul)