Die HSV-Handballer haben in der "Hansehölle" von Lübeck einen kühlen Kopf bewahrt und sind trotz müder Beine zum fünften Mal in Folge ins Final Four um den DHB-Pokal (10./11. April) in der heimischen Color Line Arena eingezogen. Der Bundesliga-Spitzenreiter setzte sich in dem hart umkämpften Viertelfinale vor 2800 lautstarken Zuschauern gegen Zweitligist VfL Bad Schwartau mit 36:29 (11:11) durch.
"Wir können uns glücklich schätzen, dass wir gewonnen haben", sagte HSV-Trainer Martin Schwalb nach dem mühevollen Sieg im Prestigeduell gegen eben jenen Klub, von dem der neu gegründete HSV 2002 die Erstligalizenz übernommen hatte. Diese besondere Brisanz war in der kleinen, engen Halle (die Zuschauer der ersten Reihe saßen 50 Zentimeter von der Seitenlinie entfernt) förmlich mit Händen zu greifen. "Das war ein typischer Pokalfight vor einem fantastischen Publikum", lobte Kapitän Guillaume Gille Gegner und Kulisse.
Bevor es jedoch auf Parkett und Rängen richtig zur Sache ging, war es auf andere Art und Weise emotional geworden. Unmittelbar vor Anpfiff wurde des vor zwei Wochen verstorbenen HSV-Spielers Oleg Velyky gedacht. So mancher seiner ehemaligen Mitspieler musste schwer schlucken.
Schwer zu kämpfen hatte der Favorit mit Spielbeginn. Der hoch motivierte VfL, bei dem die Ex-Hamburger Jan Schult und Tobias Mahncke gefielen, warf alles, was er aufzubieten hatte, in die Waagschale. Dem mit Nationalspielern gespickten HSV war die mangelnde Spritzigkeit nach der EM anzumerken. Vor allem im Angriff lief in den ersten 30 Minuten gegen die aggressive Deckung der vom Ex-Hamburger Thomas Knorr trainierten Schwartauer, die in der 3. Runde sensationell Lemgo ausgeschaltet hatten, wenig zusammen, lediglich Pascal Hens (7 Tore) demonstrierte Durchschlagskraft.
"Wir haben nicht berauschend gespielt", räumte der Nationalspieler nach der Schlusssirene ein. "Aber in der zweiten Halbzeit haben wir einen Zahn
zugelegt. Am Ende zählt, dass wir das Final Four erreicht haben."
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