Der Zaun rund um das G8-Tagungshotel in Heiligendamm sorgt seit Wochen für hitzige Diskussionen. Heute erhält auch Hamburg einen Schutzwall. Zum ASEM-Treffen baut Peter Dammann (47) eine Festung höchster Sicherheitsstufe rund um das Hotel "Atlantic" und den gesamten Ballindamm.
Gestern wurde bereits das Rathaus abgesperrt. Doch das ist nichts gegen Dammanns Trutzburg: Zwei Zaunreihen stellt er auf. Die erste ist 1,10 Meter, die zweite zwei Meter hoch und mit Spitzen gegen Kletterer bestückt. Zwischen den Zäunen laufen Hundeführer der Polizei. Sicherheitsschrauben und Schrägstützen sollen einen Ansturm von Protestlern abwehren. Der 1600 Meter lange und von Dammann persönlich entwickelte Zaun ist das "Feinste vom Feinsten", was die Firma aus Neu-Wulmstorf (Kreis Harburg) zu bieten hat.
Das ist auch nötig: In dem Luxushotel tagen 43 Außenminister aus Europa und Asien. Die Polizei erwartet Tausende Demonstranten. Und weil die Seite zur Alster für Fußgänger frei bleibt, herrscht höchste Alarmbereitschaft. "Aber da muss man schon mit einem Auto reinfahren oder mit mehreren Bolzenschneidern beigehen, um durchzukommen", sagt Dammann. Dazu sind die Gitter mit einer Plane abgedeckt. "So sieht man nicht, wie viel Polizei dahinter steht."
Für den Marktführer im Gitter-Geschäft ist dieser Auftrag aber nur eine kleine Sache. Im vergangenen Jahr haben seine Absperrungen den Papst vor 170000 Gläubigen in Bayern geschützt. Zur Rad-WM in Salzburg hat er gigantische 150 Kilometer Zaun platziert. Doch sollte die Polizei dringend mehr Metallwände brauchen - das Team von "Zaunkönig" Dammann steht bereit: "Man weiß ja nie, was kommt."