"Ich drehe bald durch, wenn ich nicht treffe!" Max Brandl fluchte nach dem 3:2 gegen Fribourg am Dienstag über die eigene Leistung. Auch im achten Testspiel war der 21-Jährige ohne Torerfolg geblieben. Während auf der Gegenseite der gleichaltrige Schweizer Andrey Bykov wirbelte, blieb Brandl nur Kopfschütteln. "Vor zwei Jahren habe ich den bei der U20-WM noch hergespielt", sagt der gebürtige Landshuter. Heute zehrt der zum Star avancierte Bykov aus der Erfahrung von 123 Erstliga-Spielen, das große Talent Brandl bringt's auf 32.
32 zumeist kurze Auftritte. Weiterentwicklung in der DEL bedeutet Weiterentwicklung im Schneckentempo. Brandl regt's auf. "Die Ausländerquote muss runter", fordert der Einser-Abiturient (Schnitt 1,7). "Die Schweiz ist doch das beste Beispiel. Die verteilen fünf Ausländerlizenzen, bei uns sind's zehn." Da sei es kein Wunder, dass die Eidgenossen das deutsche Eishockey um Längen überholt hätten.
Befürchtungen der Liga-Bosse, die Qualität und Attraktivität würde durch eine geringere Ausländerzahl sinken, kann Brandl überhaupt nicht nachvollziehen: "Das ist doch ein kompletter Schmarrn. Heute hast du zig Nordamerikaner in der Liga, die keinesfalls Leistungsträger sind, aber trotzdem immer spielen, weil sie eben durch ihre Lizenz die größere Lobby haben. Und was die Fans angeht: Da ist ein Alex Barta doch viel eher eine Identifikationsfigur als ein Walker oder ein Pederson in Berlin."
Es gehe ihm bei seiner Kritik gar nicht um die eigene Person: "Ich kann nicht sagen, wo ich stehen würde, wenn weniger Ausländer in der DEL spielen würden. Aber die Situation hilft keinem deutschen Talent."
Während Brandl redet, stört es ihn fast, dass er sich schon wieder den Kopf zermartert über Dinge, die er kaum beeinflussen kann. "Mir fehlt oft die Lockerheit", sagt er. Gerade vorm Tor aber ist die entscheidend.