Drei Menschen - ein Auftrag: Barbara Müller-Wesemann (Uni Hamburg), Inge Volk (Cultur Consortium) und Wirtschaftsprüfer Hans Werner Fehling sollen die Privattheaterförderung revolutionieren. Bis zum Frühjahr 2008 haben sie Zeit zu klären, welche Bühnen warum und in welcher Höhe staatlich subventioniert werden sollen (MOPO berichtete).
Eine Menge Verantwortung für die "Theaterweisen" - auch wenn sie nach dem offiziellen Jargon nur eine Empfehlung geben. Die Entscheidung trifft Kultursenatorin Karin von Welck: "Die Privattheaterförderung ist historisch gewachsen, aber es gibt keine nachvollziehbaren Kriterien. Von den Gutachtern erhoffen wir uns neben guten Kriterien auch stichhaltige Argumente, damit wir beim Einwerben zusätzlicher Gelder besser aufgestellt sind." Ein kühner Gedanke.
Insgesamt sind 5,2 Millionen Euro zu vergeben. Um die bewerben sich 30 Theater - von den "Großen" wie Ohnsorg und Kammerspiele bis zu den "Kleinen" wie Lichthof und Junges Musiktheater. Bis zum 31. März müssen sie ihr künstlerisches Profil darstellen und die Bücher offenlegen. Neu gewürfelt wird ab der Spielzeit 2009/10. Die Förderung wird dann für jeweils vier Jahre befristet sein. Eine zweijährige Basisförderung soll eventuell den derzeitigen Projekttopf ersetzen. Den hat die Senatorin ohnehin zum "Sondertopf" fürs St. Pauli-Theater umgewandelt: 150000 Euro gabs in diesem Jahr "extra" für die sonst unsubventionierte Kiezbühne mit ihrem ambitionierten Programm.