Die Organisatoren der Vorführung als auch die Angreifer entstammen zweier linker Gruppierungen.
Lanzmann äußerte sich erst gestern zu dem Vorfall vom 25. Oktober: Ein derartiger Vorfall sei "weltweit einmalig". Auch die Jüdische Gemeinde und die Deutsch-Israelische Gesellschaft zeigten sich entsetzt.
Laut "Spiegel Online" hatte das Kino den Film gemeinsam mit der linken Gruppierung "Kritikmaximierung" vorführen wollen. Plötzlich blockierten dem Bericht zufolge Mitglieder des benachbarten, ebenfalls linken antiimperialistischen Zentrums "B5" den Eingang: "Sie hatten das Kino mit einem Metalltor abgeriegelt", sagte Kinobetreiber Martin Schnitzer. Die Leute seien vermummt und in Tarnfarben gekleidet gewesen. "Einer hatte sich die auf Klopapier gemalte israelische Flagge angesteckt."
Augenzeugen zufolge handelte es sich um etwa 30 bis 40 Angreifer zwischen 16 und 70 Jahren. Die Blockierer haben Schnitzler zufolge mit Kameras alle aufgenommen, die ins Kino wollten. Damit sollte eine israelische Kontrollstation simuliert werden. Die Mauer zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten wurde mit der Apartheid in Südafrika verglichen.
Laut Kino-Betreibern wurde die Veranstaltung nach Gewaltandrohung abgesagt. Drei Gäste sollen durch Schläge verletzt worden sein. Auch die Polizei war vor Ort. Das Zentrum B5 wies den Vorwurf, der Ausdruck "Judenschweine" sei gefallen, zurück. Ziel der Aktion sei gewesen, eine "prozionistische Veranstaltung" zu stoppen. Laut einer Stellungnahme handelte es sich bei dem Konflikt vor allem um einen Richtungsstreit zwischen den beiden linken Gruppen.