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ATOMKRAFTGEGNER

Die Angst vor Krümmel

Nie wieder darf das Kernkraftwerk Krümmel ans Netz!" Das forderten gestern rund 1500 Atomkraftgegner, die vor dem Atommeiler am Rande von Geesthacht protestierten. Der eigentliche Anlass für die Demo, der 23. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, ist in den Hintergrund getreten, seit vor wenigen Tagen bekannt wurde, dass abermals ein Kind in der Elbmarsch an Leukämie leidet. Damit sind seit 1989 im Umkreis von etwa fünf Kilometern um Krümmel 19 Kinder an Blutkrebs erkrankt!



Für Mai ist die Wiederinbetriebnahme des Kernkraftwerks geplant, das im Sommer 2007 nach Störfällen abgeschaltet worden war. Dagegen laufen Bürger, Politiker und Ärzte Sturm. Zwar gibt es keinen eindeutigen Beweis, dass die Erkrankung des neun Jahre alten Mädchens aus Horburg (Landkreis Lüneburg) im Zusammenhang mit dem Kernkraftwerk steht. Allerdings verweist die grüne niedersächsische Landtagsabgeordnete Miriam Staudte aus Scharnebeck auf eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz, die belegt, dass es bundesweit im Fünf-Kilometer-Radius um Atomkraftwerke zu einer signifikanten Erhöhung der Kinderleukämie kommt.



Immer noch ungeklärt ist, was am 12. September 1986 in Krümmel geschah. An jenem Tag wurde dort Radioaktivität freigesetzt. Ist das der Grund für die vielen Leukämie-Erkrankungen in der Elbmarsch? "Es gibt eine Menge Ungereimtheiten", so Miriam Staudte. Zum selben Thema äußert sich Uwe Harden, Ex-SPD-Mann und Vorsitzender der Bürgerinitiative gegen Leukämie in der Elbmarsch: "Es gibt Mitwisser, die schweigen. Und es wurden Spuren und Akten beseitigt." Für ihn sei der Fall klar: "Weil es offensichtlich ist, dass radioaktive Kügelchen im Boden gefunden wurden - und das ist weltweit einzigartig."

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Datum:  27.4.2009
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