Berlin - CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla hat die Forderung seiner Partei nach längeren Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke bekräftigt.
«Sollten wir die Bundestagswahl gewinnen, werden wir versuchen, die Laufzeiten der vorhandenen Kernkraftwerke zu verlängern, aber ich betone, der sicheren Kernkraftwerke», sagte Pofalla am Mittwoch mit «Morgenmagazin» der ARD. «Ein Neubau von Kernkraftwerken steht für uns überhaupt nicht zu Disposition», fügte der CDU-Politiker hinzu. Einer von der Umweltschutzorganisation Greenpeace in Auftrag gegebenen Umfrage zufolge hält eine Mehrheit der Deutschen die Stromversorgung auch ohne Atomkraft für sicher. Auch fast jeder zweite CDU-Wähler glaube dies, teilte Greenpeace in Berlin mit.
Eine konkrete Jahreszahl für die angestrebte Verlängerung der Laufzeiten wollte Pofalla nicht nennen. Es gehe um «kürzere, mittelfristige Zeiträume», bis alternative Energien ein Ersatz seien. Pofalla bekräftigte zugleich: «Wir wollen die zusätzlichen Gewinne der Unternehmen abschöpfen.» Mindestens die Hälfte der zusätzlichen Erträge der Unternehmen infolge der längeren Laufzeiten sollten in einen Fonds fließen, aus dem niedrigere Energiepreise für die Bürger und Energieforschung finanziert werden.
In der Greenpeace-Umfrage gehen 59 Prozent der Bundesbürger davon aus, dass ein Ausstieg aus der Atomkraft die Energieversorgung nicht gefährdet. 27 Prozent der Deutschen befürchten ohne Atomenergie eine Stromlücke. «Die Angstmache des Atomforums und der Energiekonzerne hat nicht funktioniert», sagte der Greenpeace- Atomexperte Tobias Münchmeyer mit Blick auf die diesjährige Wintertagung des Deutschen Atomforums am Mittwoch und Donnerstag in Berlin. Die Vereinigung will die Atomenergie fördern. Atomkraftgegner hatten Demonstrationen angekündigt.
Auch Grüne und Linkspartei kritisierten am Mittwoch die Tagung. «Alle Jahre wieder trifft sich das Deutsche Atomforum und verlangt Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke, obwohl die Energiekonzerne die Atomkonsensvereinbarung unterschrieben hatten», sagte der energiepolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Hans-Josef Fell. Die Linksfraktion verlangte die Auflösung des Atomforums. «Das Jahrestreffen der Atombosse kann keinen Beitrag zur Lösung den anstehenden Energiefragen leisten», sagte ihr Energie- Experte Hans-Kurt Hill.