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ARGE-ABZOCKER

Nicht nur reden, sondern zahlen, Herr Kuhlmann!

Vor vier Wochen machte die MOPO die Affäre um Thorsten Kuhlmann, Hamburgs übelsten Vermieter, öffentlich. Jahrelang hatte der CDU-Politiker Hartz-IV-Empfänger in Bruchbuden untergebracht und überhöhte Mieten von der Arge kassiert. Jetzt kommt heraus: Er hat bisher nicht einen Cent davon zurückgezahlt - obwohl er gegenüber der



MOPO versprach, dies anstandslos zu tun.



"Kuhlmanns Ankündigungen haben sich als heiße Luft erwiesen", sagt Siegmund Chychla vom Mieterverein zu Hamburg. "Der erste Betrag hätte bis zum 10. März auf unserem Konto sein sollen. Es ist aber nichts gekommen."



Der Mieterverein ist von der Arge beauftragt, das unrechtmäßig kassierte Geld wieder einzutreiben. Beispielsweise für Wohnungen im Gebäude Rossberg 33-35 in Eilbek. Hier hat Kuhlmann der Arge Miete für 40 Quadratmeter abverlangt, obwohl keine Wohnung größer als 21 Quadratmeter ist. Allein für Mieter Marco P., der dort seit zwei Jahren wohnt, erhielt Kuhlmann so 5500 Euro zu viel.



Insgesamt hat der Mieterverein gegen Kuhlmann bis jetzt Forderungen in Höhe von 13000 Euro. Das dürfte aber erst der Anfang sein. "Wenn sich sämtliche Mieter melden, könnte ein sechsstelliger Betrag zusammenkommen", schätzt Chychla.



Wann endlich zahlen Sie zurück, Herr Kuhlmann? In einem Telefonat begründete er die Zeitverzögerung mit dem Strafverfahren, das inzwischen gegen ihn läuft. "Ich habe die Sache meinem Anwalt übergeben."



Wegen Mietwucher und Betrugs ermittelt die Staatsanwaltschaft. Aber auch die Bezirksämter Mitte, Wandsbek und Altona sind an Kuhlmann dran. Fachleute von Bauprüf- und Wohnungsämtern besichtigten bereits etliche Häuser und machten Auflagen: Schimmel und Risse müssen beseitigt, Fenster und Türen ausgetauscht, Wände verputzt werden...



Die allerschlimmste Kuhlmann-Behausung wird übrigens immer noch bewohnt: Eine nahezu fensterlose Garage in einem Keller an der Max-Brauer-Allee, für die er knapp 800 Euro Miete kassierte. Ende April ist Schluss. Dann muss das "Loch" geräumt sein. Hier immerhin hält Kuhlmann Wort und hat jedem der Mieter eine Alternativ-Wohnung angeboten.



Unterdessen scheint die politische Karriere des 47-Jährigen beendet zu sein: Nachdem er den Posten des Vize-Vorsitzenden der CDU Osdorf schon niedergelegt hat, ist er inzwischen auch als Deputierter der Sozialbehörde zurückgetreten. Dort hatte sich Kuhlmann übrigens vor allem mit Fragen der Unterbringung von Hartz-IV-Empfängern beschäftigt.

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Datum:  29.3.2010
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