MOPONews
News

Donnerstag 30.03.2000, 09:36

Arbeitslose rüsten alte Computer für Schüler auf

Hamburg (dpa) - In der Ecke stapeln sich alte Bildschirme, liegen

gebrauchte Tastaturen und Computer kreuz und quer auf Tischen und in

Regalen. Einige Container beherbergen Kabelsalat, andere Platinen. 15

junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren reinigen die Altgeräte,

löschen Daten und rüsten ausgemusterte PCs auf den aktuellen

technischen Stand auf.

Das Beschäftigungsprojekt «MOOK WAT PC» in Hamburg gibt nicht nur

jungen Arbeitslosen einen Job, sondern hilft auch Unternehmen und

Schulen. Firmen müssen ihre alten Computer nicht mehr teuer entsorgen

lassen und Schulen können sich über günstige PCs freuen.

«Wir holen ausrangierte Computeranlagen von den Betrieben

kostenlos ab, lösen damit umweltfreundlich die Entsorgung für die PC-

Spender und schaffen gleichzeitig neue Arbeitsplätze für junge Frauen

und Männer», erklärt Projektleiter Günther Czizikowski von MOOK WAT

PC das Konzept der ABM-Maßnahme.

Die auf Trab gebrachten Rechner verkauft die Initiative an

gemeinnützige Einrichtungen und vor allem an Hamburger Schulen. Für

einen 486er mit Windows 95 inklusive Maus und Tastatur muss eine

Schule nicht tief in die Tasche greifen. Etwa 200 Mark koste ein

funktionstüchtiger und getesteter Computer. «Wir arbeiten eng mit der

Schulbehörde zusammen und sprechen inzwischen aber auch einzelne

Schulen direkt an», sagt Czizikowski. Derzeit freut sich der

Sozialarbeiter über 650 angekündigte Pentium-Rechner eines großen

Holzunternehmens, die sein Team für Schüler aufmöbeln wird. Das

Projekt übernimmt für seine Rechner auch eventuelle Reparaturen und

den Service.

Die Hälfte ihrer Arbeitszeit werden die Beschäftigten von

Fachkräften in EDV-Bereichen weitergebildet und qualifiziert. So

büffeln die Arbeitslosen, die die unterschiedlichsten

Berufsausbildungen abgeschlossen haben, in dieser zwölfmonatigen

Fortbildung auch für den Europäischen Computerführerschein. «Damit

erhalten sie einen Nachweis über fundierte Kenntnisse der gängigen

PC-Programme», erklärt Günther Czizikowski. Finanziert wird das ABM-

Projekt von der Bundesanstalt für Arbeit aus Mitteln des

«Sofortprogramms zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit» und von der

Hamburger Stadtentwicklungsbehörde. Auch der weltgrößte Software-

Konzern Microsoft gibt Hilfestellung: Die Hard- und Software im

internen Testzentrum stammt von dem US-Unternehmen.

MOOK WAT PC hat bereits ein neues Projekt im Visier: Günther

Czizikowski möchte einen Servicedienst aufbauen, der kaputte Rechner

an Schulen wartet und repariert. «Kaum stürzen die Computer in den

Unterrichtsräumen ab, gibt es Probleme», meint Czizikowski. Mit einer

schnellen Einsatztruppe sollen die Informatiklehrer entlastet und den

Schulen einen günstiger Wartungsdienst angeboten werden. Gleichzeitig

will der Trägerverein von MOOK WAT damit möglichst

Langzeitarbeitslose mit Computerkenntnissen von der Straße holen.

Infos gibt es unter www.mookwat-pc.de

Weitere Meldungen News
Gema erhöht Abgaben für USB-Sticks und Speicherkarten.

USB-Sticks und Speicherkarten werden ab 1. Juli deutlich teurer.   mehr...


Plötzlich gingen in Kiew Vertreter von Regierung und Opposition wütend aufeinander los, eine wilde Prügelei brach aus. Grund für die Eskalation war eine Debatte über die russische Sprache.   mehr...

Sieht so der neue 2-Euro-Schein aus? Wir haben uns schon mal Gedanken über ein Modell gemacht.

In Brüssel wird über einen Umstieg von den 1- und 2-Euro-Münzen auf 1- bzw. 2-Euro-Scheine debattiert. Grund: Die Herstellung von Münzen ist sehr kostspielig  mehr...

Datum:  30.3.2000
Empfehlen: E-Mail
Kontakt: Redaktion
Artikel: Drucken
Typisch Frau

Der Mai ist da, die Leute heiraten. So mit Mitte zwanzig kriegt die Frau die ersten „Hurra, wir trauen uns“-Einladungen.