Hamburg (dpa) - In der Ecke stapeln sich alte Bildschirme, liegen
gebrauchte Tastaturen und Computer kreuz und quer auf Tischen und in
Regalen. Einige Container beherbergen Kabelsalat, andere Platinen. 15
junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren reinigen die Altgeräte,
löschen Daten und rüsten ausgemusterte PCs auf den aktuellen
technischen Stand auf.
Das Beschäftigungsprojekt «MOOK WAT PC» in Hamburg gibt nicht nur
jungen Arbeitslosen einen Job, sondern hilft auch Unternehmen und
Schulen. Firmen müssen ihre alten Computer nicht mehr teuer entsorgen
lassen und Schulen können sich über günstige PCs freuen.
«Wir holen ausrangierte Computeranlagen von den Betrieben
kostenlos ab, lösen damit umweltfreundlich die Entsorgung für die PC-
Spender und schaffen gleichzeitig neue Arbeitsplätze für junge Frauen
und Männer», erklärt Projektleiter Günther Czizikowski von MOOK WAT
PC das Konzept der ABM-Maßnahme.
Die auf Trab gebrachten Rechner verkauft die Initiative an
gemeinnützige Einrichtungen und vor allem an Hamburger Schulen. Für
einen 486er mit Windows 95 inklusive Maus und Tastatur muss eine
Schule nicht tief in die Tasche greifen. Etwa 200 Mark koste ein
funktionstüchtiger und getesteter Computer. «Wir arbeiten eng mit der
Schulbehörde zusammen und sprechen inzwischen aber auch einzelne
Schulen direkt an», sagt Czizikowski. Derzeit freut sich der
Sozialarbeiter über 650 angekündigte Pentium-Rechner eines großen
Holzunternehmens, die sein Team für Schüler aufmöbeln wird. Das
Projekt übernimmt für seine Rechner auch eventuelle Reparaturen und
den Service.
Die Hälfte ihrer Arbeitszeit werden die Beschäftigten von
Fachkräften in EDV-Bereichen weitergebildet und qualifiziert. So
büffeln die Arbeitslosen, die die unterschiedlichsten
Berufsausbildungen abgeschlossen haben, in dieser zwölfmonatigen
Fortbildung auch für den Europäischen Computerführerschein. «Damit
erhalten sie einen Nachweis über fundierte Kenntnisse der gängigen
PC-Programme», erklärt Günther Czizikowski. Finanziert wird das ABM-
Projekt von der Bundesanstalt für Arbeit aus Mitteln des
«Sofortprogramms zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit» und von der
Hamburger Stadtentwicklungsbehörde. Auch der weltgrößte Software-
Konzern Microsoft gibt Hilfestellung: Die Hard- und Software im
internen Testzentrum stammt von dem US-Unternehmen.
MOOK WAT PC hat bereits ein neues Projekt im Visier: Günther
Czizikowski möchte einen Servicedienst aufbauen, der kaputte Rechner
an Schulen wartet und repariert. «Kaum stürzen die Computer in den
Unterrichtsräumen ab, gibt es Probleme», meint Czizikowski. Mit einer
schnellen Einsatztruppe sollen die Informatiklehrer entlastet und den
Schulen einen günstiger Wartungsdienst angeboten werden. Gleichzeitig
will der Trägerverein von MOOK WAT damit möglichst
Langzeitarbeitslose mit Computerkenntnissen von der Straße holen.
Infos gibt es unter www.mookwat-pc.de