MOPONews
News

ANWOHNER WÜTEND

„Straßenmusiker, ihr nervt uns!“

MOPO-Queen: Mein Tag als Travestiekünstler

Sie klampfen und klimpern, singen und streichen, tröten und trommeln – ungefragt und fast rund um die Uhr. Selten waren derart viele Straßenmusiker in unserer Stadt. Viel Freude scheinen sie nicht zu verbreiten: Die Anzahl der Beschwerden ist so hoch wie nie.

Werner Schulze (Name geändert) ist mit den Nerven am Ende. Der 68-Jährige wohnt und arbeitet an der Ottenser Hauptstraße (Ottensen), einer Hochburg der Straßenmusiker. „Hier wird von morgens bis abends gefiedelt, gesungen und getrommelt. Es ist nicht zum Aushalten, selbst bei geschlossenen Fenstern“, sagt Schulze. Seine Frau (49) habe vor Kurzem wegen der Dauerbeschallung sogar einen Nervenzusammenbruch erlitten. Schulze stellte daraufhin Strafanzeige wegen Körperverletzung. Die Ermittlungen laufen. „Letztens fing einer um 22 Uhr an, vor unserem Balkon Saxofon zu spielen. Wir haben echt die Faxen dicke“, sagt er.

Werner Schulze scheint mit seinem Ärger nicht allein zu sein: „Die Anzahl der Beschwerden von Gewerbetreibenden und Anwohnern ist in Altona so hoch wie nie zuvor. Wir haben es mit einem tatsächlichen Problem zu tun“, sagt Nils Fischer, Sprecher des Bezirksamts Altona. Dabei fühlen sich die meisten Menschen nicht von den Musikern an sich, sondern vom Umfang und der Lautstärke ihrer Darbietungen gestört. Anwohner Schulze: „Um eines klarzustellen: Wir haben nichts gegen diese Leute. Wir möchten, dass sie hierblieben. Aber alles muss in einem gewissen Rahmen geschehen.“



Diesen Rahmen gibt der Bezirk Altona auch vor – nur leider hält sich kaum jemand dran. „Das Musizieren in der Öffentlichkeit ist in Hamburg genehmigungspflichtig. Und bei Straßenmusik wird diese Genehmigung in der Regel nicht erteilt“, erklärt Nils Fischer. Weil aber „Straßenkunst zur Belebung der Stadt beiträgt“, haben sich die Bezirke für eine Art Duldungs-Modell entschieden: Es darf musiziert werden – allerdings unter von den Behörden festgelegten Bedingungen. Vier der sieben Hamburger Bezirke haben sogenannte „Merkblätter für Straßenmusik und Straßentheater“ herausgegeben (siehe Kasten unten). Werner Schulze: „Ich habe einigen besonders nervigen Künstlern mal dieses Blatt gezeigt. Die meisten hatten den Zettel noch nie gesehen …“



Die Handlungsmöglichkeiten der Bezirke sind begrenzt: Die Mitarbeiter der Bezirklichen Ordnungsdienste (BOD) gehen mindestens ein Mal am Tag durch die betroffenen Straßen und kontrollieren die Hamburger Stadtmusikanten. Viele Künstler scheren sich allerdings nicht um die Merkblätter.



Ein weiteres Problem: Nicht wenige Musikanten kommen aus Südosteuropa. Sie sprechen kaum Deutsch, haben oft keinen festen Wohnsitz. Die Bußgeldbescheide (100 bis 150 Euro) können nicht zugestellt werden. Bei besonders krassen Fällen bleibt den Bezirks-Mitarbeitern oft nichts anderes übrig, als die Instrumente zu beschlagnahmen. Eine dauerhafte Lösung ist das nicht.

Da ist München Hamburg einen Schritt voraus: Dort müssen alle Künstler im Rathaus vorspielen. Nur wer Instrument und Gesang beherrscht, bekommt eine der insgesamt zehn Tages-Genehmigungen.

Weitere Meldungen News
Joan Franka im Indianer-Look schaffte es nicht ins Finale.

Wer am Samstag im ESC-Finale singen darf - alle 26 Kandidaten sehen Sie hier...  mehr...

Gema erhöht Abgaben für USB-Sticks und Speicherkarten.

Grund für die Erhöhung sei der technische Fortschritt. Die Speicherkapazitäten für urheberrechtlich geschütztes Material seien in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen, erklärte ein Gema-Sprecher.  mehr...

Janina Hartwig in ihrer Paraderolle als Schwester Hanna in „Um Himmels Willen“

Diese Ehe konnte auch keine höhere Macht retten: ARD-Nonne Janina Hartwig und Gatte Michael Hell haben sich scheiden lassen .Um Himmels willen!  mehr...

Datum:  15.8.2010
Empfehlen: E-Mail
Kontakt: Redaktion
Artikel: Drucken
Typisch Frau

Der Mai ist da, die Leute heiraten. So mit Mitte zwanzig kriegt die Frau die ersten „Hurra, wir trauen uns“-Einladungen.