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Anschläge gegen "Schusterkrug"

24-Jähriger erpresste Disco

Vor dem "Docks" auf dem Kiez sollte Türsteher Mohammed Z. für Ruhe und Ordnung sorgen. Doch auf dem platten Land bei Diepholz verbreitete der 24-jährige Kickboxer Angst und Schrecken. Polizisten verhafteten den Hamburger am Spielbudenplatz, weil er wochenlang eine Dorf-Disco bei Diepholz terrorisiert und erpresst haben soll.



Es begann im Oktober mit einem Buttersäure-Anschlag während einer großen Disco-Veranstaltung im Wagenfelder "Schusterkrug" mit 2000 Besuchern. Die Veranstaltung musste abgebrochen werden. Dem Disco-Pächter entstand ein Schaden von mehreren 10000 Euro. Ein anonymer Anrufer rief die Vermieterin der Disco danach an, drohte: "Das wird so weitergehen, wenn ich kein Geld bekomme." Anfang November brannte auf dem Parkplatz vor dem "Schusterkrug" das Auto eines Disco-Besuchers. Wieder rief der Erpresser an, forderte Geld von der Vermieterin. Er behauptete, der Disco-Pächter habe Drogenschulden. Wie sich später herausstellte, war das eine unhaltbare Behauptung.



Dann folgten Bombendrohungen. Der "Schusterkrug" musste erneut geräumt werden. Wieder rief der Erpresser an, diesmal allerdings beim Pächter der Disco. Gegen Zahlung einer hohen Summe bot er an, die Hintermänner der Anschläge preisgeben zu können. Zu einer Geldübergabe kam es aber nicht.



Doch die Diepholzer Polizei konnte durch Telefon-Überwachungen den Erpresser ermitteln: Mohammed Z. Der 24-Jährige war zeitweise in der Nachbarschaft des "Schusterkrugs" in anderen Diskotheken tätig. Zuletzt stand er vor der Tür des "Docks" am Spielbudenplatz. Hier wurde er jetzt auch verhaftet.



Nach einigen Tagen in Untersuchungshaft packte der Mann, der aus dem Libanon stammt, aus. Der Diepholzer Polizeisprecher Andreas Siebrecht: "Er belastete durch seine Aussage zwei aus unserem Gebiet stammende mutmaßliche Anstifter, die Straftaten in Auftrag gegeben zu haben." Nach MOPO-Informationen handelt es sich um zwei deutsche Disco-Betreiber. Sie sollen neidisch auf den Erfolg des "Schusterkrug"-Teams gewesen sein, wollten offenbar das Konkurrenz-Unternehmen gezielt schädigen. Weil sie einen festen Wohnsitz hatten, blieben die Männer auf freiem Fuß. Weil er umfangreich ausgepackt hatte und ebenfalls einen festen Wohnsitz in Hamburg hat, kam der Hamburger Türsteher ebenfalls frei.

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Datum:  11.12.2008
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