Hundehatz aus dem Hinterhalt ist Kater Moglis liebstes Hobby. In seinem Barmbeker Revier an der Gluckstraße lauert er hinter Hecken, Mülltonnen, auf Autohauben. Springt das aggressive Tier aus seinem Versteck auf den Gehweg, müssen die vorbeispazierenden Hunde um ihre feuchten Nasen fürchten. Halter Jan-Peter Andersson (36) wehrte einen Angriff der Killer-Mieze auf seine Jagdhündin Asta ab und musste bluten: Mogli kratzte und biss sich in seinem Unterarm fest.
"Der Kater kam wie aus dem Nichts schnurgerade Richtung Hund gesprungen", berichtet der Tontechniker über die hinterlistige Attacke während eines Spaziergangs in der Nachbarschaft. Zuerst habe er den fauchenden Mogli mit einem Arm abgewehrt - mit dem anderen hielt er die Leine seiner jaulenden Asta. Daraufhin habe Mogli zugebissen. Schließlich sei es dem Tierfreund gelungen, den Kater mit ein paar Lufttritten in Schach zu halten. Anderssons Arm liegt jetzt seit einer Woche im Gips. Die Bisswunden hatten sich kurze Zeit später entzündet. Seine Frau Anna traut sich zum Gassigehen nur noch mit Wassersprühflasche bewaffnet aus dem Haus.
Längst ist die wild gewordene Samtpfote den Hundehaltern in der Gegend ein Begriff. Auch Dackelbesitzer Günther Plewa (70) fürchtet um die Sicherheit seines Lieblings. "Haust du wohl ab!", habe der Rentner Mogli mehrmals gedroht. Im Ernstfall sei er aber zum "Äußersten entschlossen". "Wenn der meinem Rexi was tut, dann mach ich ihn tot."
Worte, die Moglis Halterin Angelika Goth traurig stimmen. Im Umgang mit ihrem Sohn Aziz (4) sei Mogli schließlich ein wahrer Schmusetiger. "Ich verstehe selber nicht, warum er auf Hunde losgeht", erklärt das besorgte Katzenfrauchen. In der Wohnung einsperren will ihn die berufstätige Mutter deshalb nicht. "Dann zerlegt er mir die Bude." Tierärztin Dr. Bettina Christian empfiehlt dagegen einen "Tapetenwechsel" für Mogli. "In einer neuen Umgebung könnte sein aggressives Verhalten abtrainiert werden. Sonst muss er an die Leine." Was für ein Hundeleben.