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ANGRIFFE MIT MESSERN UND TOTSCHLÄGERN

So gefährlich leben Beamte

Sie werden mit Knüppeln, Messern und Eisenstangen angegriffen, mit Flaschen und Inlineskates beworfen: Hamburgs Beamte leben immer gefährlicher!



In Amtsstuben, Polizeiwachen und Haftanstalten eskaliert die Gewalt. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Zahl der Übergriffe auf Staatsdiener fast verdoppelt, wie der Senat jetzt auf Anfrage der SPD bestätigte. Wurden 2001 noch 921 Fälle registriert, waren es voriges Jahr schon 1764 gemeldete Attacken.



Damit nicht genug: Hinzu kamen allein im vorigen Jahr 1268 Übergriffe auf Mitarbeiter der Job-Center der Arbeitsgemeinschaft Arge, die Hartz-IV-Empfänger betreuen. "Das ist alarmierend. Damit leben die Arge-Beschäftigten fast genauso gefährlich wie Hamburgs Polizisten", warnt SPD-Innenexperte Andreas Dressel.



Angesichts der Welle der Gewalt geht bei vielen der rund 1750 Arge-Beschäftigten die Angst um. "Pöbeleien und teilweise sogar Handgreiflichkeiten gegen unsere Mitarbeiter kommen leider immer wieder vor", räumt Arge-Sprecher René Tollkühn ein. Eine Sachbearbeiterin musste sich sogar versetzen lassen, nachdem ein Mann ausgerastet war und ihr einen wuchtigen Faustschlag ins Gesicht verpasst hatte. Aber auch außerhalb des Job-Centers können sich viele Arge-Mitarbeiter nicht sicher fühlen. Da wurden schon Reifen am Auto zerstochen oder Beschäftigten auf ihrem Weg zum Dienst nachgestellt. Mittlerweile sind in einigen Job-Centern bereits Sicherheitsdienste im Einsatz, bestätigt Arge-Sprecher Tollkühn.



Auch in anderen Behörden ist die Lage dramatisch. So wurden Beschäftigte der Steuerverwaltung mit einem Totschläger bedroht. Eine Beamtin wurde Opfer einer Messerattacke und dabei lebensgefährlich verletzt. Und: In keinem Bundesland ist das Risiko für Strafvollzugsbedienstete, Opfer einer Attacke zu werden, größer als in Hamburg - trotz zuletzt leicht abnehmender Fallzahlen.



SPD-Innenexperte Dressel verlangt jetzt Konsequenzen. "Wir brauchen einen Sicherheitscheck für jede Behörde, mehr Alarmknöpfe und Fluchtwege." Dort, wo es nötig ist, müsste verstärkt Sicherheitspersonal angeheuert werden. Natürlich könne nicht hinter jedem Beamten ein Schutzmann stehen, das sei aberwitzig, so Dressel. "Aber im Notfall müssen Bodyguards eingesetzt werden."

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Datum:  25.8.2007
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