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ANGLER GEGEN TIERSCHÜTZER

Der Krieg um den Kormoran

Ein Kormoran

Foto: dpa

Es wird mit harten Bandagen gekämpft. Die Kontrahenten sind am Fernglas und an der Angelrute zu erkennen, denn es handelt sich um Vogelfreunde und Fischliebhaber. Anlass des Streits ist die Entscheidung des Naturschutzbunds Deutschland (NABU), den Kormoran zum Vogel des Jahres zu küren. Das hat den Erzrivalen und Fressfeind dieses Vogels auf den Plan gerufen: den Angler. Denn der Vogel fischt mit Vorliebe dort, wo zuvor mühsam Fische in die Teiche gesetzt wurden. Und er mag gern Stint und Aal. Beim



NABU in Hamburg traten jetzt die ersten Mitglieder empört aus - weil sie auch Angler sind.



"Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Demokraten und wirklichen Naturschützer", poltert der Verband deutscher Sportfischer gegen den NABU. Der hält dagegen, dass bundesweit jährlich 15.000 Kormorane getötet werden. Allerdings nicht in Hamburg. Denn hier ist es verboten, Kormorane zu schießen. Der große Vogel mit dem tiefschwarzen Gefieder und dem langen Schnabel ist beim Spaziergang an Alster und Elbe immer zu sehen. Die größte Kolonie lebt in Billwerder und umfasst noch 230 Brutpaare.



Der Kampf um Schutz oder Abschuss des Kormorans hat mittlerweile skurrile Züge angenommen. So gründete der NABU einen Kormoran-Retter-Verein und verteilt Buttons. Die Zeitschrift "Fliegenfischen" rühmt Eisbär Knut dafür, dass er unlängst einen in sein Gehege eingedrungenen Kormoran verspeiste. Und zu einem NABU-Krisengipfel "Kormoran" an diesem Wochenende in Ulm kündigten sich bereits etliche Angelvereine an, sie wollen dort richtig auf den Putz hauen. In Internet-Foren auf "angler-blog" oder "Fliegenfischen-forum" und "Fisch-und-Fang" tauschen Angler Rezepte für geräucherte Kormoran-Brust aus und erklären, wie sich aus Kormoran-Federn Köder basteln lassen.



Dabei wussten schon die alten Chinesen, wie man Kormoran und Fischer unter einen Hut bringt: Sie nutzten den Jäger als Angel. Er musste an einer langen Leine auf Fischfang gehen. Dabei wurde dem Vogel der Hals so fest zugebunden, dass er seine Beute nicht runterschlucken konnte. Der Fisch wurde ihm dann einfach aus dem Schnabel gezogen.

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Datum:  17.3.2010
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