Gestern hatte er sie endlich in der Hand - die Urkunde, die beweist, dass er es geschafft hat: André Trulsen ist nach sechs Monaten Ausbildung Inhaber der Fußball-Lehrer-Lizenz. Darf damit 1. und 2. Bundesliga trainieren. "Das Ding wird eingerahmt und im Wohnzimmer aufgehängt", freut sich Truller. Für St. Paulis Kultfigur war es der krönende Abschluss eines grandiosen Jahres.
Es ging los mit der scheinbar aussichtslosen Aufholjagd in der Regionalliga. "Dass sie mit dem Aufstieg endete, ist der absolute Wahnsinn", findet der Assistent von Teamchef Holger Stanislawski, der erst im Mai seinen Trainer-A-Schein gemacht hatte. Der Wahnsinn hörte für ihn nicht auf. Auf Druck der DFL gab er in der 2. Liga offiziell den Cheftrainer, musste erstmals in seiner vierjährigen Zeit als Coach Statements auf der Pressekonferenz abgeben.
Das Schönste daran war für ihn, dass er oft prima Spiele der Braun-Weißen kommentieren durfte: "Wir haben uns in der 2. Liga etabliert. Das ist wunderbar. Für mich ist es der Beweis, dass man als Mannschaft mit einer guten Einstellung, mit Teamgeist und Leidenschaft viel erreichen, Berge versetzen kann."
Teamgeist sei auch das Erfolgsgeheimnis beim Trainerstab: "Stani weiß, dass er sich zu hundert Prozent auf KaPe Nemet und mich verlassen kann." Das Trio habe einige gute Entscheidungen gefällt. Die wichtigste laut Trulsen: "Wir haben der Aufstiegstruppe zu großen Teilen vertraut und die richtigen Spieler dazugeholt."
All das führte zur Euphorie am Millerntor. Was Truller besonders gefällt: "Es bringt Spaß, unsere Fans glücklich zu machen. Ich weiß, was sie für Zeit, Geld und vor allem Herzblut investieren. Klasse, wenn man etwas zurückgeben kann."
Das war schon sein Prinzip als Spieler des Kiezklubs: "Es ist wichtig, dass die Fans sehen, dass die Spieler alles geben." André Trulsen und St. Pauli sind (mit Unterbrechung) seit 17 Jahren ein Liebespaar. Truller: "Heute als Trainer habe ich wie früher als Spieler immer noch ein Gänsehaut-Feeling am Millerntor." Nach seinem famosen Jahr 2007 umso mehr.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?