Die Story: Gestern gab’s noch neue Arbeitskittel, heute steht die Halle leer. Über Nacht hat die Geschäftsführung die Fabrik räumen lassen, die Maschinen sind auf dem Weg nach Asien. Was tun mit der Abfindung?, fragen sich die düpierten Arbeiterinnen des Werks. Nachdem Ideen wie gemeinsam eine Pizzeria zu eröffnen oder einen Nacktkalender zu produzieren schnell verworfen werden, meldet sich Louise zu Wort. Ihr Vorschlag, mit dem zusammengelegten Geld einen Profikiller zu engagieren, der den verschwundenen Boss umlegen soll, findet breite Zustimmung. Auf der Suche nach einem geeigneten Kandidaten stößt die dicke Analphabetin mit Knastvergangenheit eher zufällig auf den waffennärrischen Wohnwagenpark-Wachmann Michel. Der kann die Kohle zwar gut gebrauchen, ist aber eigentlich keines Mordes fähig ...
Die Schauspieler: Yolande Moreau („Wenn die Flut kommt“) als wortkarges Mannweib und Bouli Lanners („Eldorado“) als redseliger Möchtegern-Macho bilden ein sehenswert skurriles Underdog-Pärchen, das man trotz seines dilettantischen Vorgehens nicht unterschätzen sollte.
Die Autoren und Regisseure: Benoît Delépine und Gustave Kervern begründeten ihre Karriere als Sketch-Schreiber fürs Fernsehen. So ganz scheinen die beiden Franzosen, die 2004 mit der Schwarz-Weiß-Komödie „Aaltra“ ihr Leinwanddebüt feierten, mit dieser Vergangenheit nicht gebrochen zu haben. In ihrem Kinodrittling kommt es jedenfalls immer wieder zu urkomischen Begebenheiten, die auch für sich allein stehen könnten. Allerdings ist der Film mehr als nur eine Aneinanderreihung schräger Einfälle. Dabei entwickelt sich, was als Provinz-Posse beginnt, bald zu einem Roadmovie. Louises Rachegelüste führen das Duo Infernal, das sich auf der Suche nach dem wahren Schuldigen an der Fabrikschließung mit undurchsichtigen Konzernstrukturen konfrontiert sieht, von der nordfranzösischen Picardie über Brüssel bis zur Steueroase Jersey – ein irrwitziger Trip, bei dem sich die Filmemacher keinen Deut um political correctness scheren.