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AMTSMISSBRAUCH

Die schäbige Nummer des Amtsrats

Verdacht auf schweren Amtsmissbrauch in der Hamburger Außenstelle des Bundesamtes für Migration: Laut Informationen des Magazins "Der Spiegel" soll ein Beamter (47) versucht haben, das Asylverfahren seiner Ex-Geliebten (34), einer Asylbewerberin aus der Republik Kongo, zu torpedieren. Die Frau hatte ihn auf Unterhaltszahlungen für die gemeinsame Tochter (4) verklagt. Der verheiratete Familienvater, der für die CDU in einem Hamburger Bezirksparlament sitzt, weigerte sich bislang trotz eindeutigen Gutachtens, die Vaterschaft anzuerkennen.



Der "Spiegel" nennt den Beamten "Sören Meyer" - und die Recherchen des Magazins könnten Herrn Meyer seinen Job kosten. Demnach hatte der Bezirkspolitiker, der auch ehrenamtlicher Richter am Hamburgischen Verwaltungsgericht ist, im Jahr 2003 auf eine Kontaktanzeige der Asylbewerberin geantwortet. Die Frau ist gebildet, hat als Stewardess gearbeitet. Sie suchte einen Mann zum Heiraten, um in Deutschland bleiben zu können.



Der damals noch ledige Hamburger Asyl-Beamte und die Asylbewerberin treffen sich zwischen Juli und Dezember 2003 drei Mal, beim letzten Treffen wurde ein Kind gezeugt. Im September 2004 kommt die Tochter zur Welt. Der Regierungsamtsrat will weder von ihr noch von der Mutter etwas wissen, blockt jeden Kontaktversuch ab. Die Frau und ihr Kind leben in einem Asylbewerberheim in Duisburg.



Bei dem dortigen Amtsgericht klagt die Frau 2005 auf Anerkennung der Vaterschaft - woraufhin der Beamte seinen Zugang zu ihren Asylverfahrensakten missbraucht haben soll, um sich vor Unterhaltszahlungen zu drücken. Dem zuständigen Richter soll er den Schluss nahe gelegt haben, die Klägerin sei samt Kind in den Kongo abzuschieben. Sein Arbeitgeber, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg, entscheidet über alle Asylanträge in Deutschland, "Sören Meyer" ist "Einzelentscheider" in der Außenstelle Hamburg.



Einen DNA-Test verweigert er jahrelang, bis bei einem gerichtlich angeordneten Test im April 2008 die Vaterschaft mit 99,99999 Prozent Sicherheit festgestellt wird. Der Christsoziale behauptet, die Blutproben seien vertauscht worden. Auf MOPO-Nachfrage wollte sich "Sören Meyer" nicht äußern. Der Vater zweier Töchter kündigte nur "medienrechtliche Schritte gegen den ¸Spiegel`" an.

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Datum:  6.10.2008
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