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ALTSPRACHLICHE GYMNASIEN

Die Schulreform schadet uns sehr!

Die vier altsprachlichen Gymnasien sind in großer Sorge: In einer Stellungnahme drücken Lehrer und Elternvertreter ihre Befürchtung aus, dass die Qualität der Lehre der Latein-Schulen bedrohlich sinken werde. Schuld sei die Primarschule. "Der Niveauverlust ist absehbar", so die Schulleiter der humanistischen Gymnasien Johanneum, Christianeum, Wilhelm und Matthias Claudius.



So sind in der fünften Klasse in Zukunft nur noch vier statt bisher fünf Stunden Latein-Unterricht vorgesehen. Zudem sind die Anforderungen der heutigen fünften und sechsten Klassen an den humanistischen Gymnasien erheblich höher, als die für die Primarschulen definierten zukünftigen Lernziele in diesen Klassenstufen. So müssen bis zum Ende von Klasse sechs nur noch 250 statt bisher 400 Vokabeln beherrscht werden.

Besorgniserregend sei das sinkende Niveau insbesondere, da die Kultusministerkonferenz in Zukunft eine Prüfung fürs Latinum fordert. "Dabei sind diese KMK-Standards viel höher, als das, was Hamburgs Schüler bisher leisten können", sagt Uwe Reimer, Schulleiter des Johanneums in Winterhude.



Zentrales Problem der Reform ist, dass Schüler in Zukunft nur Latein wählen können, wenn ihre Primarschule (oder eine benachbarte) es anbietet. Die Schulleiter fürchten, dass die Nachfrage so gering sein wird, dass kaum Klassen zustande kommen. Reimer: "Bisher bekommen wir Schüler von 30 Grundschulen, und zwar immer nur ein bis drei Schüler pro Schule." Die Gefahr: Es kommen erheblich weniger Schüler auf die altsprachlichen Gymnasien, und die sind auch noch schlechter vorbereitet.



Die Bildungsbehörde weist die Kritik zurück. Sprecherin Brigitte Köhnlein:

"Gerade Schüler, die in der Primarschule in Latein stark sind, werden an die humanistischen Gymnasien wechseln. Das altsprachliche Profil der Gymnasien bleibt erhalten." (san)

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Datum:  1.6.2010
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