Wer mal wieder Sehnsucht nach der Küste, dem "Land am Meer" hat, kann sie ab heute im Altonaer Museum stillen. Rund 100 Gemälde aus dem 19. und 20. Jahrhundert, dazu Postkarten, präparierte Vögel und alte Werkzeuge sorgen in den frisch gestalteten und maritim gestrichenen Räumen für neue Sichtweisen auf die Küsten von Nord- und Ostsee.
Ein Höhepunkt der Schau ist das aus einer langjährigen Kur im Depot zurückgekehrte Gemälde "Der Heiratsantrag auf Helgoland" (1834) von Rudolf Jordan: Die romantische Darstellung des Paares, mit nackten Füßen vor einer Reetdachkate stehend, bediente damals die Sehnsucht nach dem einfachen Leben. Das Motiv war so beliebt, dass es auf Geschirr oder Zigarrenetuis kopiert und zum beliebten Souvenir wurde.
So erstreckt sich die Ausstellung über verschiedene Kapitel der Küste, zeigt die raue Natur im Wandel und lässt den Betrachter eintauchen in die geschichtete Zeit der Gesteinsformationen - wie bei Magnus Weidemann, der um 1880 das Morsumkliff auf Sylt in seiner braunen Bedrohlichkeit zeigt. Geradezu sarkastisch nähert sich Klaus Käselau 1975 seiner "Frau am Strand": Im gemusterten Badeanzug sitzt sie in einem endlosen Strandkiesel-Meer - und stört den Blick in die Natur. Diese Mischung unterschiedlicher Perspektiven auf die Küste macht die Schau aus.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?