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Altona

Studio-Kino vor dem Ende

Erst der Ufa-Palast, dann das Grindel und nun das Studio: In Hamburg wird einem Kino nach dem anderen das Licht abgedreht. Schon in diesem Sommer soll in Altona die Abrissbirne anrücken. Damit geht an der Bernstorffstraße eine fast 80-jährige Lichtspiel-Geschichte dem Ende entgegen.



Torben Scheller, Geschäftsführer des Studio-Kinos, möchte das Aus allerdings noch nicht bestätigen: "Es ist noch nichts endgültig entschieden, noch laufen Gespräche. Es ist vieles denkbar." Er fügt jedoch hinzu: "Gewissen Realitäten kann man sich nicht verschließen."



Die Realität, das ist Torsten Hamm, Geschäftsführer der Grundstücksgesellschaft Anze 97. Der hat das Haus vom Voreigentümer erworben, die bestehenden Mietverträge gekündigt und möchte nun einen Neubau hochziehen: "Wir haben Bauanträge für ein Haus mit Miet- und Eigentumswohnungen abgegeben", bestätigt er der MOPO. Eine Einigung über das Aus des Studio-Kinos scheint nur noch eine Formalie: "Torben Scheller bekommt eine Kostenerstattung, sodass er keinen wirtschaftlichen Nachteil erfährt. Gemeinsam suchen wir nach einem anderen Objekt für ein Kino."



Eine Suche, die sich noch als schwierig und vielleicht sehr langwierig herausstellen könnte. Investor Hamm hat sehr ehrgeizige Pläne: "Wir wären bereit, die Schilleroper ganz neu zu beplanen und ein Konzept zu erstellen, das Wohnen und Kultur vorsieht - und in das auch das Kino einziehen könnte. Da gilt es aber noch, politische Hürden beim Bezirksamt Mitte zu überwinden." Und die sind nicht allzu niedrig: Denn die Schilleroper steht zwar leer - und das schon seit vielen Jahren -, aber eben auch unter Denkmalschutz. Diesen Gordischen Knoten zu durchschlagen wurde schon mehrmals vergeblich versucht. De facto heißt das also erst mal: Hamburg hat bald noch ein Kino weniger.



Schlechte Karten auch für die anderen Mieter der Bernstorffstraße 93-95. Im vergangenen Oktober erst ist dort eine nicht kommerzielle Galerie für Hamburger Künstler eingezogen. Gesa Lange, eine der Künstlerinnen, bedauert nicht nur Kosten und Energie, die in das Projekt gesteckt wurden, sondern auch das Verschwinden einer gewachsenen Kultur: "Die Straße wird immer unattraktiver. Auch andere Galerien mussten bereits schließen. Das Flair des Viertels geht verloren."

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Datum:  22.5.2008
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