Konzentrierte Athleten, enthusiastische Fans und atemlose Spannung am Elbstrand. Bereits zum dritten Mal war am Sonnabend die Hansestadt Austragungsort der "Internationalen Altonaer Weltmeisterschaften im Speedgrillen". Das Ziel des nicht ganz ernst zu nehmenden Hobbysports: einen durchschnittlichen Grillnachmittag als sportliche Herausforderung in möglichst kurzer Zeit absolvieren und dabei einen Sechserträger Bier trinken. Sieger ist, wer als Erstes eine verzehrfertige Grillwurst präsentieren kann.
Dem Motto "Die Wurst zu Gast bei Freunden" folgten 29 Teams. Sogar ein leicht verkatertes Duo aus Melbourne (Australien) fand sich um 13 Uhr beim "Alten Schweden" (Oevelgönne) ein, um sich in den Geschichtsbüchern des Guerilla-Grillens zu verewigen. Dort stehen schon die Sieger aus dem letzten Jahr. Mit einer Zeit von nur 13.02 Minuten gewann das Team "Wurstexpress" von den Multimediagestaltern Niels Müller (31) und André Gronmeyer (24) aus Eimsbüttel. "Wir haben viel trainiert, doch dieses Jahr wird hart", sagt Müller. Der schärfste Konkurrent kommt aus Berlin: der deutsche Grillmeister Sven Dörge (45).
Plötzlich geht alles ganz schnell. Ein 100-Meter-Sprint in die Grillarena leitet den Kampf ein. Hektisch werden erste Roste aufgebaut. Fluchen bei Team Australia. Schrauben verschwinden im Elbsand. Da tauscht der "Wurstexpress" auch schon die ersten geleerten Biere gegen Streichhölzer ein. Kohlen werden klein getreten, Anzünder verteilt und der Grill wird auf Betriebstemperatur gebracht. Schon haben sie eine Bierlänge Vorsprung.
Es folgen knackige Wurstdribblings. "Ziel ist es, die Flammen durch Pusten und Fächern von der Wurst fernzuhalten, damit sie nicht schwarz wird", verrät Müller zwischen hektischen Schlücken vom letzten Bier. Dann sinken sich die neuen und alten Weltmeister in die Arme und jubeln. Mit 10.05 Minuten haben sie ihren Wurstpokal erfolgreich verteidigt. Grillmeister Sven Dörge folgte mit 35 Sekunden Abstand auf Platz zwei.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?