Tiefe Risse ziehen sich durch die Fensterscheibe, und in das Gesicht von Joseph Teltrop (46) kriecht die Zornesröte. "Die Autonomen sind einfach zu doof, mit ihren Beuteln auch einmal das eigentliche Ziel zu treffen", klagt der Zahnarzthelfer aus Altona. Zum dritten Mal in wenigen Jahren wurde gestern morgen ein Farbanschlag auf die Büros der SPD-Bezirksfraktion verübt - und wieder schlugen die Geschosse nicht bei den Genossen im ersten Stock, sondern an der Fassade und den Fenstern der Arztpraxis direkt unterhalb ein.
Zwei große schwarze Farbkleckse prangen nun an der Front des Altbaus an der Max-Brauer-Allee, unter dem zerstörten Fenster der Arztpraxis wurde auch ein parkendes Auto mit Farbe besudelt. "Finger weg vom Schanzenfest!" sprühten die Täter an den Hauseingang. Nachdem schon der "runde Tisch" zum Fest im April von Autonomen gestört worden war (MOPO berichtete), geht die Polizei auch beim jüngsten Anschlag von einer Tat der linken Szene aus.
Die SPD in Altona wundert es indes, überhaupt Zielzeibe der Aktion geworden zu sein. "Wir wollen, dass das Straßenfest weiter stattfindet und bleiben weiterhin gesprächsbereit gegenüber allen, die den Dialog suchen", sagt die Vorsitzende Melanie Schlotzhauer. Farbbeutel seien das völlig falsche Mittel. (hei)