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ALFRED NEVEN DUMONT

Deutsche Zeitungen brauchen jetzt Hilfe

KÖLN Scharfe Kritik an der deutschen Politik übt Alfred Neven DuMont, Herausgeber von Kölner Stadt-Anzeiger und Hamburger Morgenpost. Im Kölner Stadt-Anzeiger (Sonnabendausgabe) wirft er den Politikern vor, tatenlos zuzusehen, wie die deutsche Zeitungslandschaft immer weiter veröde: "Gibt es einen Politiker, der in den letzten Jahren ein einziges Wort darüber verloren hat, dass er besorgt sei um den zukünftigen Lebensraum der deutschen Tageszeitungen?" Unabhängiger, kritischer Journalismus sei unerwünscht, was auch das Beispiel des Rauswurfs von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender belege: "Wer nicht längst gezähmt ist, muss gebändigt werden."



Auflagen und Anzeigenaufkommen der unabhängigen Tageszeitungen seien dramatisch zurückgegangen. Und während andere europäische Nationen ihre Printmedien durch niedrigere Mehrwertsteuersätze, Subventionen oder kostenlose Leseexemplare für junge Menschen gestützt hätten, habe man in Deutschland längst ein Instrument geschaffen, wie man die Kritiker in Grenzen halten könne: mit dem Kartellamt.



Alfred Neven DuMont: "Es gibt Prognosen, die sagen, wenn nicht dagegengesteuert wird, gibt es in 15 oder 20 Jahren keine Tageszeitungen mehr in der westlichen Welt. Ist es das, was unsere deutsche Politik im Geheimen erfreuen würde?" Es sei Zeit für ein eigenes, deutsches Hilfsprogramm.

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Datum:  12.12.2009
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