Alex Laas staunte nicht schlecht, als er realisierte, wer am Sonntagmittag auf seinem Handy anklopfte. Huub Stevens persönlich hatte die Nummer des Mittelfeldspielers gewählt, um ihm das zu verkünden, was er tags zuvor im MOPO-Interview bereits klargestellt hatte. "Der Trainer hat mir gesagt, dass er mich auf keinen Fall gehen lassen wird", wusste Laas anschließend zu berichten. Das Werben des VfL Bochum um seine Dienste ist damit beendet. "Ich werde beim HSV bleiben, das ist definitiv so", versichert der 23-Jährige. Gestern unterrichtete Laas VfL-Sportchef Stefan Kuntz von seiner Absage.
Noch am Rande des Länderspiels gegen die Slowakei hatte Kuntz sich HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer gegriffen und sein Interesse deutlich gemacht. Weitere Versuche kann er sich sparen, denn Stevens beendete den Spuk. "Der Trainer hat mir eine sehr gute Entwicklung bescheinigt und gesagt, ich solle jetzt auf diesem Wege weitermachen", berichtet Laas. "Er plant fest mit mir und wird mich nicht gehen lassen." Zumindest bis zu seinem Vertragsende in einem Jahr bleibt Laas Hamburger.
Eine Nachricht, die der Youngster mit gemischten Gefühlen aufnimmt. "Natürlich spiele ich sehr gern für den HSV", versichert er. "Aber ich hoffe, dass die Dinge, die mir versprochen wurden, dann auch umgesetzt werden. Der Verein wird sich ja zumindest etwas dabei denken, wenn er mich unbedingt behalten will." Laas' Erwartungshaltung ist klar. Nachdem er sich in der Bundesliga etablierte, soll nun der nächste Schritt folgen - er will Stammspieler werden.
Den ersten Großangriff der Ruhrpott-Klubs auf seine Hamburger Jungs hat der HSV somit abgeschmettert. Während Bochum sich den Niendorfer Laas abschminken muss, scheint mittlerweile auch der Wechsel des Billstedters Piotr Trochowski nach Dortmund ausgeschlossen. Durch den Zugang Mladen Petric' (kommt für 3,5 Millionen Euro aus Basel) ist die BVB-Vereinskasse erst mal leer - und Dortmund nicht in der Lage, ernsthaft um eine Ablöse zu pokern.