Vor einem Jahr wäre er vielleicht noch unerkannt durchgerutscht. Nun aber nutzen die vier, fünf Schuljungs aus Bremen die Chance, sich einen Spaß mit Alex Laas zu erlauben. "Wer-der Breeee-men" ruft einer, als er den kleinen Blondschopf als Profi des HSV und potenziellen Feind ausmacht. Da hat er sich den Richtigen ausgesucht. "Ach, Werder hat es ja auch nicht gepackt", murmelt Laas und flaniert weiter die Alster entlang. Auf den Mund gefallen war er ja noch nie.
Ein Spaziergang mit Laas. Man kennt und erkennt ihn. Die Saison entlarvte in Hamburg zahlreiche Verlierer. Laas aber zählt zu den Gewinnern. Er hat ihn geschafft, den Durchbruch in der Bundesliga. 21 Mal war er in dieser Bundesliga-Serie dabei. "Und trotzdem staune ich immer wieder, wenn ich auf der Straße erkannt werde", sagt er. "Es gibt so viele Menschen auf der Welt. Wie kann es sein, dass man sich ausgerechnet mein Gesicht merken kann?"
Laas hat an Profil gewonnen. Vornehmlich im defensiven Mittelfeld. In seiner Stadt. Das weckt Begehrlichkeiten. Vor allem Bochum, aber auch Frankfurt zeigen Interesse, ihn trotz Vertrags bis 2008 zu verpflichten. Und der HSV? Noch in dieser Woche soll das längst in Aussicht gestellte Gespräch mit Sportchef Dietmar Beiersdorfer folgen. "Kann auch sein, dass ich verlängere", sagt Laas. "Aber es geht um meine Entwicklung. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, in den kommenden beiden Jahren auf 60 Einsätze zu kommen." Am liebsten beim HSV. "Von mir aus mein Leben lang. Aber die Perspektive muss stimmen." In der Stadt, die ihn jetzt erst richtig kennen lernte.