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Aktion "Codierung von Fahrrädern"

Kampfansage an Fahrraddiebe

Alle 45 Minuten wird in Hamburg ein Fahrrad gestohlen. Und nur in 18 Prozent werden die Fälle aufgeklärt. Die meisten Räder bleiben für immer verschwunden. Um das zu ändern, greift die Polizei nun mit der Aktion "Codierung von Fahrrädern" durch. Ziel ist es, die Drahteselbesitzer über die richtige Sicherung aufzuklären. Denn etwa jedes fünfte Rad, das geklaut wird, war nicht abschlossen.



- Fahrraddiebstähle in Hamburg: Im vergangenen Jahr wurden 11748 Räder in der Hansestadt gestohlen. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor waren es noch 10939. "Derzeit gibt es keine Erkenntnisse darüber, dass organisierte Banden hinter den Diebstählen stecken", sagt Rad-Experte Martin Kobusynski (42) vom Landeskriminalamt. Vor Jahren gab es jedoch Fälle, in denen die Täter mit Lastern vorgefahren waren und reihenweise Räder aufgeladen hatten. Ein weiterer Fall: Mitte November 2002 hatten Beamte einen Fahrradladen an der Grindelallee (Rotherbaum) durchsucht. Der Besitzer hatte offenbar etliche geklaute Drahtesel verscherbelt.



- Fahrradsicherung durch Codierung: In der kommenden Woche bietet die Polizei etliche Aktionen an, bei denen man seinem Rad einen "Fingerabdruck" verpassen lassen kann (Infokasten). Dabei wird eine Zahlen- und Buchstabenkombination, die sogenannte E.I.N. (Eigentümer-Identifizierungs-Nummer) am oberen Ende des Sattelrohres angebracht. Die Nummer besteht aus dem Kennzeichen der jeweiligen Stadt, in der der Besitzer lebt, dem Zifferncode der Wohnstraße, der Hausnummer und den Initialen des Eigentümers. "Da das Rad dann individuell zugeordnet werden kann, ist es für die Diebe unattraktiv. Die Nummer lässt sich nur schwer entfernen. Bei einem Versuch würde man das Rad so stark beschädigen, dass es komplett neu lackiert werden müsste", sagt Kommissar Carsten Heinrichs (34) von der Fahrradstaffel. Übrigens: Wenn ein bereits codiertes Rad verkauft werden soll, muss es einen Kaufvertrag geben. Der neue Besitzer kann zusätzlich einen zweiten Code mit seinen eigenen Daten auf dem Fahrrad anbringen lassen.



- Schutz durch Versicherung: Für teure Räder lohnt sich eine Fahrradversicherung. Diese kostet für ein Rad mit einem Wert von 500 Euro zwischen 50 und 115 Euro im Jahr. Doch Vorsicht: Der Kunde bekommt nicht immer den vollen Wert ersetzt. Wer ein günstigeres Fahrrad besitzt, kommt mit der Hausratversicherung häufig billiger davon. Wichtig: Das Rad ist meistens nicht automatisch abgesichert. Der Schutz kann jedoch für einen Zuschlag beantragt werden. Dieser wird vom Wohnort abhängig gemacht. Lebt der Besitzer in einem Bezirk, in dem oft Räder gestohlen werden, wird es teurer. Ersatz bei Diebstählen gibt es allerdings nur, wenn das Rad draußen angeschlossen war und zwischen 6 und 22 Uhr gestohlen wurde. Nachts muss es im Keller oder in der Wohnung stehen.



Bei der Codierung wird die "Eigentümer-Identifizierungs-Nummer" am oberen Ende des Sattelrohres eingefräst. Der Code setzt sich so zusammen:



HH: Wohnort Hamburg, S220: Zifferncode der Wohnstraße (in diesem Fall Schlüterstraße), 011: Hausnummer, FD: Initialen des Besitzers, 08: Jahr der Codierung.



Schlösser im Test



Das Bügelschloss: Es wird von der Polizei empfohlen. Preis: ca. 39 Euro.



Das Faltschloss: Gilt als sicher, wird sogar bei der Polizei benutzt. Preis: ca. 55 Euro.



Das Panzerschloss: Schneidet sehr gut ab in der Bewertung. Preis: ca. 39 Euro.



Das Spiralschloss: Nicht empfehlenswert, da es sich in Sekunden knacken lässt.

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Datum:  29.5.2008
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