Frankfurt - Angetrieben von Kursgewinnen an den Überseebörsen ist der DAX am Mittwochmorgen wieder über die 5.000-Punkte-Marke gesprungen. Der deutsche Leitindex legte in der ersten Handelsstunde um 0,76 Prozent auf 5.023,44 Punkte zu.
Am Vortag war der DAX nach überwiegend leichterem Verlauf am Nachmittag dank eines viel besser als erwartet ausgefallenen US-Verbrauchervertrauens mit 1,37 Prozent ins Plus geklettert. Für den MDAX ging es am Mittwochmorgen um 1,84 Prozent auf 5.856,32 Zähler nach oben, der TecDAX gewann 1,62 Prozent auf 640,45 Punkte.
Den freundlichen Start begründeten die Börsianer mit der positiven Vorgabe der Wall Street und der asiatischen Börsen. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones gewann seit dem Vortagesschluss auf Xetra 0,65 Prozent. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index 1,37 Prozent höher. Neben einigen Konjunkturdaten aus Deutschland und der Eurozone könnten am Nachmittag vor allem auch US-Häuserverkäufe noch mal neue Bewegung bringen, hieß es. Matt Buckland, Aktienhändler bei CMC Markets, betonte: "Die Anleger konzentrieren sich nach der positiven Überraschung durch das US-Verbrauchervertrauen am Vortag auf die Verbesserung der Fundamentaldaten, auch wenn noch eine weite Strecke bei der Bewältigung der Krise zurückzulegen ist."
Post-Aktien kletterten im frühen Geschäft mit plus 3,498 Prozent auf 10,080 Euro an die DAX-Spitze. Händler sprachen von potenziell positiven Nachrichten für den Logistiker, nachdem laut "Handelsblatt" das Umsatzsteuerprivileg der Deutschen Post AG als weiteres Zugeständnis der Union bestehen bleiben könnte. Ohne erkennbar neue Nachrichten sackten Stammaktien von Volkswagen (VW) um 1,22 Prozent auf 219,46 Euro ab.
Aktien von adidas verloren gegen den Trend 0,27 Prozent auf 26,26 Euro. Das "Handelsblatt" brachte am Morgen einen Verkauf der verlustreichen US-Tochter Reebok ins Spiel, der der Zeitung zufolge von Experten gefordert wird. Ein Händler sagte: "Nach der ganzen Restrukturierungs- und Integrationsarbeit, die adidas in Reebok gesteckt hat, ist an einen Verkauf kaum zu denken - da steht auch die Glaubwürdigkeit des Managements auf dem Prüfstand."
Arcandor legten hingegen im MDAX um 6,32 Prozent auf 1,85 Euro zu. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) schließt staatliche Hilfe für den Handelskonzern mit seiner angeschlagenen Kaufhaustochter Karstadt nicht aus. Händler verwiesen zudem auf Medienberichte als Stütze. Das "Wall Street Journal" berichtet über Belastungen für die zu Goldman Sachs gehörenden Whitehall Funds aus einer möglichen Insolvenz der Einzelhandelskette.
Somit sei dem Fonds sehr an der Unterstützung von Arcandor gelegen. Der "Platow-Brief" meldet unter Berufung auf Bankenkreise, dass die Gläubiger Royal Bank of Scotland (RBS) und Commerzbank vor der Verlängerung ihrer Kreditlinien stünden - auch ohne Staatsgarantie. Einem Händler zufolge drängen diese positiven Berichte einen "Handelsblatt"-Artikel in den Hintergrund, wonach sich Karstadt-Vermieter gegen eine Warenhaus AG sperren.
Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe rücken zudem mit Zahlen in den Blick: Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin übertraf im ersten Quartal die Umsatz- und Ergebnisprognosen der Analysten - die Aktie zählte mit plus 3,69 Prozent auf 4,22 Euro zu den Favoriten im SDAX. Ein konkreter Ausblick sei allerdings noch nicht gegeben worden, bemängelten Händler, was Air Berlin im Verlauf noch nachholen könnte.
Negativ wurden unterdessen die Zahlen der ebenfalls im SDAX kleiner Werte notierten Beteiligungsgesellschaft Arques gesehen, die im ersten Quartal tief ins Minus gerutscht ist. Die Aktien reagierten allerdings kaum auf die Bilanzvorlage und verloren 0,05 Prozent auf 2,32 Euro .
AIXTRON sprangen im TecDA um 4,67 Prozent auf 7,85 Euro nach oben. Händler sprachen von mehreren positiven Impulsen, die das Papier in die Nähe des Jahreshochs bei 7,99 Euro trieben. Zum einen stufte Cheuvreux die Aktien von "Underperform" auf "Outperform" hoch und hob das Kursziel für die Anteile an dem Aachener Spezialanlagenhersteller von 3,20 auf 10,00 Euro. Ein weiterer Händler verwies auf eine Prognoseerhöhung am Vorabend durch den US-Wettbewerber Cree, die positiv auf AIXTRON ausstrahle.
Zahlreiche Werte notieren unterdessen ex Dividende und werden entsprechend nur optisch nach unten gezogen. Im DAX schüttete die Deutsche Bank 0,50 Euro je Aktie an ihre Anteilseigner aus. Im MDAX werden ElringKlinger und MTU ex Dividende gehandelt, Pfeiffer Vacuum Technology aus dem TecDAX sowie die im SDAX notierten Loewe kommen als ex Dividende-Werte hinzu.