In seinem Internet-Profil bei Twitter schrieb der Grüne Thomas Diehl: "Guttenberg nimmt in Afghanistan ne Talkshow mit Kerner auf - da kann Goebbels sich propagandamäßig noch was abgucken!"
Der CDU-Kreisvorsitzende Günter Krings forderte daraufhin eine öffentliche Entschuldigung und eine Distanzierung der Grünen von ihrem Ratsmitglied.
Guttenberg hatte den deutschen Truppen in Nordafghanistan am Montag zusammen mit seiner Ehefrau einen Blitzbesuch abgestattet. Zur Delegation zählte auch Moderator Johannes B. Kerner, der eine Talkshow mit dem Minister und Soldaten aufzeichnen wollte.
"Eine Talkshow in einem Kriegsgebiet ist skandalöse Propaganda", sagte Diehl der Nachrichten-Agentur dpa in Düsseldorf. Sein Vergleich mit Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels sei ironisch gemeint gewesen, sagte der Grüne. Er kritisiere nicht den Truppenbesuch an sich, sondern die Inszenierung.
"In der Formulierung ist das wohl übertrieben", meinte Diehl. Dennoch rege sich die CDU künstlich über seine Meinungsäußerung auf.
In seinem Blog schreibt Diehl zu dem ganzen Trubel um den Tweed: "Nun gebe ich gerne zu: Saumäßig schlechter Satz, geht gar nicht." Gegen einen Truppenbesuch des Verteidigungsministers habe er nichts. Dennoch hält er - wie viele andere auch - diese PR-Aktion von Guttenberg für "eine erhebliche Verfehlung".
Problematisch sei dies besonders "vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte" und der Rolle, "die Propaganda in der Geschichte deutscher Kriegsführung spielte." Guttenberg sei seiner Meinung nach der erste Minister der Nachkriegszeit, "der einen Krieg in solcher Weise mit Propaganda unterfüttert."