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ÄRGER FÜR WIRTSCHAFTSSENATOR

Schlammschlacht um die Promi-"Insel"

Es war der wohl stolzeste Tag seines Lebens: Am Mittwoch Gestern wurde Ian Kiru Karan (71) zum neuen Hamburger Wirtschaftssenator gewählt. Doch nach der Enthüllung seiner Spenden an die Schill-Partei und der Aufdeckung der Lügen im Lebenslauf kommt neuer Ärger auf den parteilosen Politiker zu. Der Hamburger Star-Gastronom Michael Wollenberg (46) greift ihn massiv an: „Ich fühle mich von Herrn Karan über den Tisch gezogen!“



Die Vorwürfe drehen sich um die legendäre „Insel“ am Alsterufer (Rotherbaum). Als Künstlerclub 1946 gegründet, mutierte das Etablissement Ende der 90er Jahre zur modernen Ausgabe von Sodom und Gomorrha. Sterne-Koch Michael Wollenberg benannte die „Insel“ in „Wollenberg“ um und machte sie zum Society-Hot-Spot Nummer 1.

Partykönig Michael „Schampus-Michi“ Ammer feierte hier legendäre Feten, auf denen willige junge Damen auf spendable ältere Herren trafen. Dieter Bohlen war lange Zeit gern gesehener Gast.



Dann tauchte „Partynator“ Ronald Schill auf. Der umstrittene Innensenator ließ es am Alsterufer richtig krachen. In manchen Nächten trieben es Paare auf den Toiletten, in Hinterzimmern oder im Garten. Kokain gab es reichlich. In den letzten Jahren versuchten verschiedene Betreiber, an alte Zeiten anzuknüpfen – mit mäßigem Erfolg.



Und was hat Wirtschaftssenator Ian Karan mit der „Insel“ zu tun? Er ist Mitbesitzer der „Insel am Alsterufer GmbH & Co. KG“. 20 Prozent hält Karan, 20 Prozent Baulöwe Dieter Becken und 60 Prozent der Multimillionär Detlef Fischer. Das Trio ist quasi Besitzer der „Insel“.



Vor knapp einem Jahr meldeten sie den Verkauf der „Insel“ an die Kaffeehaus-Dynastie Julius Meinl. Doch der Deal wurde mangels Zahlungen nie vollzogen, der Laden lief nicht. Die Folge: Ein alter Betriebskredit in Höhe von 160000 Euro wurde nicht mehr abbezahlt.



Wollenberg hatte vor Jahren noch als „Insel“-Boss dafür gebürgt. Nun will die Bank das Geld von ihm. Wollenberg: „Dabei bin ich seit Jahren aus der ,Insel' raus. Ich soll meinen Kopf dafür hinhalten, dass Herr Karan keine Ahnung von Gastronomie hat. Das ist unfair. Als Wirtschaftssenator kann er sich so ein Verhalten nicht leisten.“



Gegenüber der MOPO lehnte Ian Karan jede Stellungnahme ab. Im NDR hat der Wirtschaftssenator für die kommenden Tage eine Erklärung über seine Unternehmensbeteiligungen angekündigt.

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Datum:  26.8.2010
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