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Ägyptologie-Institut

Die letzte "Pharaonin"

Mehr als 300000 Besucher haben in der Alten Oberpostdirektion schon die Ausstellung "Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze" bestaunt, auch Anna-Lena Mey (27). Sie geht mit anderen Augen durch die Schau, denn sie ist Ägyptologie-Studentin - und traurig. Die Uni Hamburg gibt den traditionsreichen Studiengang auf, Anna-Lena ist eine der letzten Absolventen.



"Schon im Kindergarten habe ich mich für das alte Ägypten interessiert", sagt Anna-Lena Mey. Nach dem Abitur schrieb sie sich an der Uni für Ägyptologie ein. Sie lernte, Hieroglyphen und die Wandmalereien in den Gräbern zu lesen, sie vertiefte sich in Mythologie und Architektur. Aber 2005 fiel der Entschluss, keine Hauptfachstudenten mehr anzunehmen - Sparmaßnahmen. Mittlerweile hat das Fach nur noch ein Handvoll Studenten, sie machen bald ihren Abschluss. Anna-Lena Mey ist im Mai fertig.



"Wir sind langsam ausgedünnt worden. Man fühlt sich überflüssig", sagt sie. Einst feierten Hamburgs Ägyptologen große Erfolge: sie entwickelten ein Röntgen-Verfahren zur Untersuchung von Mumien, außerdem entstand das internationale Referenzwerk "Lexikon der Ägyptologie". Im Sommer 2011 mit der mehr als 100-jährigen Tradition in Hamburg Schluss.



Ganz haben Hamburgs Ägyptologen die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben. In der Tutanchamun-Ausstellung haben sie eine Unterschriftenliste für den Erhalt ihres Faches ausgelegt. Schon mehr als 10000 Besucher haben unterschrieben.

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Datum:  23.4.2010
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