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ADVENTSAKTION VON SATURN & MOPO

Der Vorleser aus Harburg

Sie helfen Nachbarn, unterstützen soziale Einrichtungen, machen sich für die Schwächsten der Gesellschaft stark - alles ohne Bezahlung: 24 dieser Alltagshelden stellt die MOPO in der Weihnachtszeit täglich vor - und belohnt sie mit einem 1000-Euro-Gutschein von "Saturn".



Wenn Hans-Günter Seifert (66) in den Kindergarten "Zwergenhof" kommt, ist die Freude groß. Denn Seifert ist Märchenerzähler. Seine drei- bis sechsjährigen Zuhörer hängen ihm an den Lippen. Sobald er anfängt, von den Fantasiewelten zu berichten, in denen Könige, Prinzessinnen und Drachen zu Hause sind, leuchten die Augen der Kinder. Jeden Donnerstag besucht Hans-Günter Seifert die Kleinen vom Kindergarten in Westerhof (Kreis Harburg).



"Ich habe in meinem Leben und im Beruf viel Glück gehabt. Jetzt im Ruhestand möchte ich ein wenig davon zurückgeben und etwas Nützliches tun", sagt der Harburger, der mit 60 Jahren in Rente ging. Zuvor hatte er als Vertriebsleiter eines mittelständischen Unternehmens gut zu tun, war viel unterwegs.



Als seine Enkeltochter 2003 in den "Zwergenhof" kam, begann er, regelmäßig dort vorzulesen. "Das habe ich immer schon gern gemacht. Und dann habe ich von dieser Ausbildung gehört." Ein Jahr lang lernte Seifert, wie man professionell Märchen erzählt. Ein Mal pro Monat traf er sich am Wochenende mit anderen Märchen-Lehrlingen, zum Schluss gab's eine richtige Prüfung: ein Märchen erzählen, auswendig von vorne bis hinten.



Seit einem halben Jahr ist Seifert geprüfter Märchenerzähler. 20 fantastische Geschichten hat er schon im Kopf, und er will noch mehr auswendig lernen. "Es ist richtig schön zu sehen, wie die Kinder bei den Märchen mitgehen. Das ist eine tolle Belohnung", freut er sich.



Der Favorit der Kinder im "Zwergenhof" ist das Märchen vom "Drachentöter", der im Wald ein siebenköpfiges Ungeheuer bezwingt und damit die Prinzessin erobert. "Das muss ich immer wieder erzählen", lächelt der "Märchenonkel".



Doch das ist nicht das Einzige, wofür er seine Freizeit opfert. Im Reitverein gibt er Voltigierunterricht, am Empfang des AK Harburg kümmert er sich mit einer Gruppe Ehrenamtlicher um neue Patienten. Und in der dortigen Kinder- und Jugendpsychiatrie war er gerade auch zum ersten Mal als Märchenerzähler im Einsatz. "Das ist alles ja nichts Besonderes", sagt der 66-Jährige bescheiden.

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Datum:  23.12.2009
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