Die Story: Um endlich mehr Zeit für seine 17-jährige Tochter Kim zu haben, hat Bryan Mills seinen Job als CIA-Agent an den Nagel gehängt. Besser spät als nie, denkt er sich, obwohl Kim in dem neuen Lebensgefährten seiner Ex-Frau, einem superreichen Geschäftsmann, längst einen neuen Vater hat. Und so zieht Bryan sein Veto gegen den geplanten Europa-Trip seiner Tochter schließlich zurück. Wenn auch nur unter der Bedingung, dass Kim ihn jeden Abend vom voreingestellten Handy aus anruft.
Aber kaum in Paris gelandet, tritt das Befürchtete ein: Kim und ihre Freundin werden von brutalen Menschenhändlern entführt. Für Bryan steht fest: Bevor er sich in so einer Angelegenheit auf die französische Polizei verlässt, nimmt er lieber selbst die nächste Maschine nach Paris, um seine Tochter - innerhalb eines gegebenen Zeitrahmens von nur 96 Stunden - auf eigene Faust aus den Händen der Entführer zu befreien. Komme, was wolle ¼
Die Schauspieler: Wenn auch weitaus weniger vielschichtig angelegt als seine berühmten Rollen in "Schindlers Liste" und "Michael Collins", geht Liam Neeson, der diesen Film mehr oder weniger allein trägt, in der Rolle des Vaters und Ex-Agenten fast ebenso sehr auf. Die Entschlossenheit, jahrelang Versäumtes mit einer konzertierten Aktion zumindest teilweise zu korrigieren, spiegelt sich nicht nur in seiner unmissverständlichen Körpersprache, sondern schon in seinem zeitweise geradezu unendlichen traurigen Blick. Famke Janssen und Maggie Grace bleibt kaum mehr, als ihre Rollen als Ex-Frau sowie Tochter routiniert auszufüllen.
Der Regisseur: In seiner Mischung aus Sentimentalität und jugendlicher Freude an turbulenter Action ist dies ein typisches Erzeugnis aus der Werkstatt des Produzenten, Drehbuchautors und Regisseurs Luc Besson ("Léon - Der Profi", zuletzt: "Transporter 3"). An denen kann man zumeist dann viel Freude haben, wenn sie nicht nach "Höherem" streben. Letzteres ist ganz gewiss nicht die Absicht von "96 Hours", bei dem der bisher vor allem als Kameramann in Erscheinung getretene Pierre Morel mit einem Sinn für klare Figurenzeichnung und klassische, physische Action Regie führte.
Fazit: Ein zwar etwas vorhersehbarer, aber höchst effektiver und kurzweiliger Entführungsthriller.