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ABZOCKER

Jetzt spricht Thorsten Kuhlmann, der Horror-Vermieter

Die Horrorwohnung

Er habe nichts gewusst - nichts von den falschen Größen-Angaben, auch nichts vom heruntergekommenen Zustand der Wohnungen. Schließlich gibt er sich reumütig. "Mir ist aber klar: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht." Er werde jetzt alles in Ordnung bringen.



Mehr als eine Woche Zeit hat sich der CDU-Politiker aus Osdorf gelassen, bis er die Deckung verließ. Er entschuldigt sich damit, im Urlaub gewesen zu sein. Er habe mit einer Yacht im türkisfarbenen Wasser vor den Malediven gekreuzt. Ob seine Mieter, bei denen es sich zumeist um Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger handelt, dafür Verständnis haben werden? Drei von ihnen hockten zur selben Zeit in ihrem Keller an der Max-Brauer-Allee, für den Kuhlmann monatlich mehr als 800 Euro Miete von der Arge kassiert.



Ja, die Sache mit dem Keller, sagt Kuhlmann und senkt den Blick. "Ich war selbst schockiert, als ich die Fotos in der MOPO sah." Ein großer Fehler sei es gewesen, dort Menschen einzuquartieren. Er werde den Mietern jetzt anderen Wohnraum anbieten. Versprochen. Aber die Schuld schiebt er dann doch auf die Bewohner: Die hätten nämlich vor acht Jahren darum gebettelt, dort unten einziehen zu dürfen. Und er, ganz der Gutmensch, habe ihnen das nicht abschlagen wollen... "Wie gesagt: Ein großer Fehler!"



Es ist übrigens nicht das einzige Keller-Verließ, in dem Kuhlmann-Mieter wohnen. Unter den "500 bis 600 Wohneinheiten", die der Ferrari-Fahrer in Hamburg nach eigenen Angaben besitzt ("ganz genau weiß ich es gerade nicht"), würden sich noch weitere - wie er sagt - "Souterrain"-Wohnungen befinden. Wieder gibt er ein Versprechen und macht dabei auf ahnungslos: "Ich lasse jetzt überprüfen, welche davon als Wohnung überhaupt zugelassen sind - ich weiß das nämlich nicht."



Ein anderer schwerer Vorwurf: die Phantasie-Quadratmeter. Kuhlmann kassiert von der Arge beispielsweise Miete für 40 Quadratmeter, obwohl es nur 21 sind. Das ist unter anderem in seiner Immobilien am Roßberg in Wandsbek der Fall. Thorsten Kuhlmann sagt, er habe beim Kauf des Gebäudes die Wohneinheiten nicht nachgemessen, sei also selbst ein Opfer. Wenig später lässt er dann aber die Bemerkung fallen, es habe sich "irgendwann so eingebürgert, die Größe pauschal mit 40 Quadratmetern anzusetzen". Er deutet sogar an, dass ihm das in den 90er Jahren vom Sozialamt nahegelegt worden sei. Ja, was stimmt denn nun?



Kuhlmann verspricht immerhin: "Wir werden alle Wohnungen nachmessen, zuviel kassierte Miete erstatten und Schäden in den Wohnungen beseitigen." Übrigens: Von Schimmel, feuchten Wänden und kaputten Herden will er erst aus der MOPO erfahren haben.

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Datum:  25.2.2010
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