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Abschreckendes Beispiel So lernte Trittin vom Vater, Nazis zu hassen

Spitzenkandidat der Grünen: Jürgen Trittin.

Spitzenkandidat der Grünen: Jürgen Trittin.

Foto:

dpa Lizenz

Berlin -

Wie groß ist der Einfluss des Elternhauses auf unseren politischen Werdegang? Für Jürgen Trittin, den frischgebackenen Spitzenkandidaten der Grünen, Ex-Kommunisten und -Hausbesetzer, wurde der Einfluss seines Vaters zu einem bestimmenden Moment im Leben.

Wie der „Stern“ schreibt, war der 1924 geborene Klaus Trittin, der Vater des Grünen-Politikers, 1941 als 17-Jähriger freiwillig der Waffen-SS beigetreten.

Auf Grund seiner „gefestigten weltanschaulichen Haltung“ sei er später nach einer Kriegsverletzung sogar zum SS-Obersturmführer befördert worden. Die „Kampfgruppe Trittin“ verteidigte Ostpreußen sogar noch verbissen, als Nazi-Deutschland in Berlin am 8. Mai 1945 längst kapituliert hatte.

Nach seiner Rückkehr aus einer fünfjährigen sowjetischen Kriegsgefangenschaft stellte er sich jedoch – und das war eher untypisch in dieser Zeit – kritisch seiner Vergangenheit und bereute.

Als Jürgen Trittin 15 Jahre alt war, nahm der Vater seine beiden Söhne mit ins ehemalige KZ Bergen-Belsen und sagte zu ihnen: „Guckt euch das an, das haben wir verbrochen. So etwas dürft ihr nie wieder zulassen.“

Für den jungen Links-Aktivisten Jürgen wurde der Antifaschismus zu einem entscheidenden Impuls seiner Karriere. Klaus Trittin starb 1998 – ein Jahr später wurde sein Sohn Bundesumweltminister im Kabinett Schröder. Seine politischen Flegeljahre hatte er da längst hinter sich.