Er verabschiedete sich mit einem Lächeln auf den Lippen. So, wie Ivica Olic es sich gewünscht hatte. Völlig missraten verlief noch vor Wochenfrist sein letztes Heimspiel für den HSV, umso ausgelassener feierte der Kroate nun in Frankfurt. Geschafft! Der HSV spielt wieder europäisch. Und nebenbei schrieb Olic auch noch ein süßes Stückchen Fußballgeschichte.
Die 58. Minute in der Commerzbank Arena. Nach Pitroipas Flanke nickt Olic zur 2:0-Führung ein. Ein besonderes Tor. Es war der 25. Pflichtspieltreffer des Angreifers in dieser Saison, eine Marke die zuletzt Horst Hrubesch 1981/82 (37 Treffer) knackte. "Ivi" - er verabschiedet sich als Tor-Erbe des großen Hrubesch.
"Ich bin überglücklich, dass wir es noch geschafft haben", erklärte der Kroate, ehe er sich in der Kabine gleich eine doppelte Bier-Belohnung einschenkte. "Es war mir sehr wichtig, dass der HSV zumindest noch die Europa League erreicht. Jetzt kann ich zufrieden zu den Bayern gehen."
Dass es auch hätte anders kommen können, war ihm bewusst. "Das Spiel war ja schon fast zu Ende", gab "Ivi" zu verstehen und fuhr sich kopfschüttelnd mit den Händen durch die Haare. "Ich dachte nach dem 2:0 wirklich, wir würden so ein Spiel auch mal locker nach Hause bringen. Aber scheinbar können wir das eben nicht." Da musste er dann selbst lachen.
Olic und sein Abschied vom HSV. Zum Glück ein erfolgreicher, denn das durchweg positive Image des Nationalangreifers hatte ausgerechnet in seiner letzten Hamburger Woche Risse erhalten. Seine Kritik an den Zugängen des Winters ("Wir sind durch sie nicht stärker geworden") sorgte für Irritationen - auch innerhalb des Kaders. Hinter vorgehaltener Hand bemängelten mehrere Kollegen die Vorgehensweise des Dauerrenners. Motto: Jetzt geht er weg und tritt nach. Mit seinem Tor und dem Sieg in Frankfurt aber verhinderte Olic ein Geschmäckle, das ansonsten wohl hängen geblieben wäre.
"Endlich hatten wir zum Schluss mal das Glück, das uns vorher so oft gefehlt hat", sagte Olic bei seinem Abgang. Er geht nicht als Held. Aber als Triumphator. Und als Tormaschine. 25 Brandbomben in einer Saison. Wer auch immer Olic in Hamburg beerben soll - er wird es verdammt schwer haben.