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Into the Wild

Die Story: Er hat die Schnauze voll von Lebenslügen und Konsumterror: Christopher, ein intelligenter 22-jähriger Idealist, pfeift auf sein Studium an der Elite-Uni, spendet sein ganzes Geld für wohltätige Zwecke, zerschneidet Ausweis und Kreditkarten - und haut einfach ab. Ohne Geld oder Papiere. Ohne jemandem Bescheid zu sagen. Beim Trampen quer durch Nordamerika schließt er Freundschaft mit interessanten Menschen. Doch seine Sehnsucht nach Freiheit und spiritueller Reinigung treibt ihn weiter Richtung Alaska, in die einsame Wildnis: nach Norden. Und dann immer geradeaus ¼



Die Schauspieler: Mit umwerfender Kompromisslosigkeit stürzt sich der charismatische Jungstar Emile Hirsch ("Dogtown Boys") in die Rolle des sinnsuchenden Aussteigers Christopher. Während der achtmonatigen Dreharbeiten ging er an die Grenzen der Belastbarkeit: So rauschte er mit dem Kajak durch die Stromschnellen des Colorado-Flusses und hungerte sich für die Episoden in der unbeugsamen Natur Alaskas zwanzig Kilo von seinen ohnehin mageren Rippen herunter. Aber auch die Nebendarsteller sind fantastisch - etwa William Hurt als Christophers Vater, Catherine Keener als Hippie-Braut und der hochbetagte Hollywood-Haudegen Hal Holbrook, der für seine Verkörperung eines einsamen Army-Veteranen soeben für den Oscar nominiert wurde.



Der Autor und Regisseur: Die vierte Langfilm-Regiearbeit des Schauspielstars Sean Penn beruht auf Jon Krakauers Tatsachenbericht "In die Wildnis" über die zweijährige Reise von Christopher McCandless Anfang der 90er. Fast zehn Jahre kämpfte Penn um die Filmrechte und recherchierte selbst noch einmal intensiv, bevor er aus Krakauers Bestseller ein vielschichtiges, packendes und tiefsinniges Drehbuch destillierte, das er dann an Originalschauplätzen verfilmte. Unterstützt von großartigen, melancholischen Folksongs des Pearl-Jam-Frontmannes Eddie Vedder mischt er überwältigende Landschaftsaufnahmen mit rauem, beinahe dokumentarischem Realismus. Penn erklärt nicht zu viel, er verklärt aber auch nichts. Das verleiht seiner Hauptfigur eine einzigartige Faszination: Selten verlässt man das Kino so bereichert wie nach diesem fesselnden Filmgedicht.



Fazit: Eine atemberaubende, extrem bewegende Außenseiter-Hymne voller Weisheit und Tiefe, voll elementarer Wucht und Schönheit: Dieser grandiose Film könnte Sie verändern.

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Datum:  31.1.2008
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