Feuerrot und blitzeblank stehen sie vielerorts am Straßenrand: Zwei Mal wurde der Start verschoben - jetzt sind die neuen Leihfahrräder der Stadt endlich einsatzbereit. Obwohl Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk (GAL) erst morgen offiziell den Startschuss für "StadtRad Hamburg" gibt, können die Flitzer am Hauptbahnhof und in Altona schon getestet werden. Die MOPO machte den Test und beantwortet die wichtigsten Fragen zu den Leihrädern.
- Wo gibt es die Räder?
Zum Start stehen rund 700 Fahrräder an 68 Leihstationen (siehe Karte) bereit, die sich größtenteils an S- und U-Bahnhöfen sowie im erweiterten Innenstadtbereich finden. Läuft das System gut an, sollen im nächsten Jahr 40 weitere Leihstationen mit 500 neuen Rädern eingerichtet werden. "Mit einem dichten Netz von festen Verleihstationen wird es in Hamburg noch leichter, auf das Fahrrad umzusteigen", lobt Anja Hajduk das Konzept.
- Wie funktioniert das Ausleihen?
Neukunden müssen sich zunächst mit ihrer EC- oder Kreditkarte registrieren. Dies funktioniert über ein Touchscreen-Terminal - in der Praxis ist die Schrift auf dem Bildschirm allerdings recht schwer zu entziffern und die Eingabe der persönlichen Daten umständlich. Einfacher ist die Vorabregistrierung im Internet (www.stadtrad hamburg.de) oder per Telefon unter (040) 822188100 (24 Stunden am Tag). Einmal angemeldet, können rund um die Uhr Räder ausgeliehen werden. Dazu erhalten Kunden am Terminal einen vierstelligen Ausleihcode, mit dem sich das Fahrrad aufschließen und zwischendurch absperren lässt. Wenn das Rad zu einer Leihstation zurückgebracht wurde, loggt sich der Nutzer mit dem Code aus.
- Was kostet die Nutzung? Die erste halbe Stunde ist kostenlos. Von der 31. bis zur 60. Minute kostet die Leihgebühr vier Cent pro Minute, ab der 61. Minute müssen acht Cent gezahlt werden. Für BahnCard- und HVV-Jahreskarteninhaber reduziert sich der Minutenpreis auf drei bzw. sechs Cent. Maximal kostet das Rad zwölf Euro pro Tag. Der Betrag wird innerhalb von zwei Wochen vom Konto abgebucht.
- Wer betreibt das Leihsystem?
Die Behörde für Stadtentwicklung hat die Deutsche Bahn mit dem Betrieb der Leihräder beauftragt. Dafür bekommt die Bahn von der Stadt 1,1 Millionen Euro pro Jahr an Betreiberentgelt.
- Was wird gegen Vandalismus und Diebstahl unternommen?
"Wegen Diebstahls machen wir uns kaum Gedanken", sagte ein Sprecher der Bahn. Die elektronische Verriegelung sei sehr zuverlässig. Auch Beschädigungen der Fahrräder befürchtet die Bahn nicht: Erfahrungen aus anderen Städten zeigten, dass die Fahrräder nur äußerst selten Opfer von Vandalismus würden.
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