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61. Verleihung in Potsdam

Shakira, Kate Winslet und Co. verzaubern die Bambis

Bambi-Gala in Potsdam

Persönlichkeiten der deutschen Einheit und Filmgrößen haben die 61. Verleihung der Bambis dominiert. Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) blieb der Gala am Donnerstagabend in Potsdam aus gesundheitlichen Gründen fern. Er hatte den Millennium-Bambi vor der Veranstaltung in seinem Haus in Ludwigshafen vom ehemaligen Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) entgegengenommen und wurde per Videobotschaft in die Preisverleihung zugeschaltet. Stargast des Abends war Oscar-Preisträgerin Kate Winslet.



„Wir haben Frieden“, sagte der deutlich von seiner Krankheit gezeichnete Kohl 20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer. Dafür sei er ganz besonders dankbar. Der Preis des Burda-Verlags erinnere ihn auf wunderbare Weise, woher er komme und was er erreicht habe.



Winslet wurde für ihre Rolle als KZ-Aufseherin im Drama „Der Vorleser“ nach dem Oscar auch als „Schauspielerin international“ ausgezeichnet. Winslet teilte die Auszeichnung mit ihrem jungen Ko-Star David Kross und dankte dem Schriftsteller Bernhard Schlink für seine „unglaubliche Vorlage“.



Mit Maximilian Schell wurde ein weiterer Oscar-Preisträger für sein Lebenswerk geehrt. Der Österreicher („Urteil von Nürnberg“) war als erster deutschsprachiger Schauspieler nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem US-Filmpreis ausgezeichnet worden und erhielt wenige Tage vor seinem 79. Geburtstag seinen zweiten Bambi. Eine Trophäe für das Lebenswerk sei „knapp vor der Verurteilung“, sagte Schell auf dem roten Teppich.



Ein goldenes Rehkitz ging auch an Schells Landsmann Christoph Waltz in der Kategorie „Schauspieler international“. Er hatte für seine Rolle als SS-Oberst in „Inglourious Basterds“ bereits den Darstellerpreis bei den Filmfestspielen von Cannes erhalten. Quentin Tarantinos Film war ebenso wie „Der Vorleser“ im Filmstudio Babelsberg entstanden, auf dessen Gelände die Bambis vergeben wurden.



Zu Schauspielern des Jahres kürten die Chefredakteure der Hubert Burda Media Edgar Selge („Jenseits der Mauer“) und Jessica Schwarz („Romy“). In der Sparte „Film national“ ehrte die Jury Regisseur Michael „Bully“ Herbig für seine Realverfilmung der Zeichentrickserie „Wickie und die starken Männer“, den bislang erfolgreichsten deutschen Film des Jahres.



Den „Ehren-Bambi für Deutsche in Hollywood“ teilte sich Kameramann Michael Ballhaus („Gangs of New York“) mit den Regisseuren Caroline Link („Nirgendwo in Afrika“), Florian Henckel von Donnersmarck („Das Leben der Anderen“), Oliver Hirschbiegel („Der Untergang“) und Actionspezialist Roland Emmerich („2012“). „Meine Kinder können mit einem schönen Reh mehr anfangen als mit einem glatten großen Mann“, sagte Donnersmarck über zwei Jahre nach dem Oscar für sein Stasi-Drama.



Weitere Bambis gingen an die kolumbianische Popsängerin Shakira die Band Silbermond aus Bautzen und den italienischen Modemacher Giorgio Armani. Für den Einsatz mit der Björn Schulz Stiftung zugunsten leukämie- und tumorkranker Kinder erhielt Jürgen Schulz den „Engagement“-Bambi.



Der am Freitag aus dem Amt scheidende Manager des FC Bayern München, Uli Hoeneß, wurde in der Kategorie „Wirtschaft“ prämiert. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) war als Laudator kurzfristig wegen der Enthüllungen zum umstrittenen Luftschlag von Kundus verhindert. Seine Ehefrau Stephanie vertrat ihn charmant. „Denken Sie Sich einfach Ihren Verteidigungsminister in dieses Abendkleid“, sagte sie.



Die Box-Weltmeister Vitali und Wladimir Klitschko erhielten den Sport-Bambi zum zweiten Mal nach 2005. Wie jedes Jahr ging ein Sonder-Bambi an den nicht angereisten Unterhalter Johannes Heesters.



(ddp)

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Datum:  26.11.2009
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