Zwischen unerschütterlicher Coolness und müder Miesepetrigkeit ist es nur ein schmaler Grat. Das zumindest hatte 50 Cent deutlich gemacht, als er am Dienstag nach anderthalb Stunden die Bühne des Stadtparks verließ.
Seine harten Gangsta-Raps hatte der zurzeit erfolgreichste HipHopper der Welt streckenweise unpräzise vor sich hin geschludert. Seine Posen und Stripeinlagen waren nicht lässig, sondern lustlos rübergekommen. Ein kurzer Dank ans Publikum - dann trottete er in den Backstage-Bereich und überließ Hans Albers das Feld, der als Rausschmeißer vom Band eingespielt wurde. Den Frust hatte man 50 Cent deutlich angesehen.
Dabei hatte ihn der größte Teil der 2600 Besucher begeistert abgefeiert. Doch das war offensichtlich nicht genug. Viel lieber hätte er standesgemäß vor 11000 Leuten in der Color Line Arena gespielt wie ursprünglich geplant. Doch der dürftige Vorverkauf hatte den Umzug in den kleineren Stadtpark unumgänglich gemacht. Gegen das Spiel Deutschland gegen Ecuador war auch das Muskelpaket aus New York machtlos.
"Ich fands okay, aber im Vergleich zu seiner letzten Tour schwach", urteilte Philipp Dehnert (18) aus Hamburg. "Mir fehlte, dass er aufs Publikum eingeht." Völlig enttäuscht war Lydia Musz (44) aus Lüneburg: "Das war hier 'ne Pflichtveranstaltung für den. Wenigstens eine Zugabe hätte er geben können aus Respekt vor den Fans."