Die 270 Öfen im Hamburger Aluminiumwerk (HAW) werden bald wieder rauchen. Die Essener Trimet-Gruppe will die Ende vergangenen Jahres stillgelegten Anlagen übernehmen und wird damit rund 400 verloren geglaubte Arbeitsplätze wiederbeleben.
Die HAW-Anteilseigner Norsk Hydro, Alcoa und Amag hatten die Produktion trotz massiver Kritik aus Politik und Wirtschaft stillgelegt. Begründet wurde dieser Schritt mit zu hohen Strompreisen. Einen Verkauf lehnten die Besitzer damals ab, weil sie Zweifel an der Bonität der Interessenten hatten. Nun ist alles anders. In monatelangem Tauziehen wurde nun eine Absichtserklärung zwischen den bisherigen Eignern und Trimet unterzeichnet. Noch Ende Oktober soll der Kaufvertrag unter Dach und Fach sein. Weshalb Norsk Hydro die HAW jetzt verkauft, bleibt unklar. "Die Situation im Oktober vergangenen Jahres ist eine andere als heute", so Volker Stutz von Hydro. Man wolle aber nicht in die Vergangenheit blicken, sondern in die Zukunft. Und die soll so aussehen: Rund zwölf Monate wird Trimet brauchen, um die Öfen wieder hochzufahren. Kosten allein dafür: 20 Millionen Euro. Die entlassenen Beschäftigten sollen wieder eingestellt werden. Die Strompreise spielen offenbar keine Rolle mehr. "In den Energiepreisen ist Bewegung drin", sagt Heinz-Peter Schlüter von Trimet.
Auch ein Streitpunkt, die Umweltsanierung des Geländes, wurde gelöst. Die bisherigen Gesellschafter zahlen an die Hamburg Port Authority als Eigentümerin des Grundstücks einen zweistelligen Millionenbetrag für die Sanierung.