Vorhang auf – die Derby-Wochen des Wahnsinns sind eröffnet. Und pünktlich vor dem ersten von vier Duellen mit Werder Bremen, schießt der HSV Giftpfeile an die Weser. Reichlich angesäuert nahm Martin Jol zur Kenntnis, dass die Bremer in Berlin auf Diego und Mesut Özil verzichteten. Ist das Kreativ-Duo wirklich verletzt? Oder schonte Werder die beiden für den Pokal-Hit und nahm damit die Pleite bei der Hertha in Kauf?
„Werder konnte sich schonen, wir aber mussten zuletzt immer alles gewinnen, das ist der Unterschied“, erklärte Jol. Dann verschärfte sich der Zungenschlag und seine Miene wurde finster. Das mit Diego und Özil sei „der Grund, warum ich auch ein bisschen verärgert bin“. Sportchef Dietmar Beiersdorfer ist ebenfalls gespannt, wie es um die Heilungskräfte der Werder-Stars bestellt ist. „Sie haben ja noch drei Tage Zeit“, merkte der Sportchef süffisant an. „Mal schauen, ob sie am Mittwoch wieder dabei sind …“
Aber sicher, sie werden! Teil eins des Nord-Gipfels lässt müde Männer munter werden. Der Einzug ins Pokalfinale wäre für beide ein perfekter Einstieg in die Wochen der Wahrheit und des Wahnsinns. Jol ist dennoch versucht zu relativieren: „Das Wichtigste ist und bleibt für uns die Bundesliga – sie kann uns die Garantie geben, erneut in Europa dabei zu sein.“ UEFA-Cup, DFB-Pokal, schön und gut: „Aber das sind Träume, es ist noch nicht konkret.“
Nicht so konkret wie der Ärger der Bremer, die die Giftpfeile aus Hamburg mit entsprechender Gereiztheit zur Kenntnis nehmen dürften.