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Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 7.2.2010

3:3 in Köln: Der HSV stellt sich selbst ein Bein

hsv

Foto: witters

Die Sache war gegessen. Mit 3:1 lag der HSV in Führung. Und immer wieder brachen die Hamburger durch, standen reihenweise frei vor Kölns Torwart Mondragon – aber sie trafen nicht. Überheblich, fahrlässig, ängstlich – die Konsequenz war folgerichtig. Weil der HSV am Ende den Dienst quittierte, ging der Sieg flöten.



Trainer Bruno Labbadia war nach der Partie genauso sauer wie verständnislos. "Wir haben nach dem 3:1 das Fußballspielen eingestellt und zwei Punkte liegen gelassen", zürnte der Coach. 3:3 (2:1) – der HSV stellte sich wieder einmal selbst ein Bein.



Fünf Punkte aus vier Spielen! Der HSV kommt in der Rückrunde einfach nicht ins Rollen – und braucht sich so ganz sicher keine Gedanken über eine Champions-League-Teilnahme in der kommenden Saison zu machen. "Wir haben es uns abgewöhnt, zu weit nach vorne zu denken", kommentierte Labbadia die mittelfristigen Zukunftsperspektiven schmallippig.



Die Gegenwart gibt auch mehr als genug Anlass zum Nachdenken – und zum Ärgern. "Dieses Spiel dürfen wir niemals aus der Hand geben", schimpfte Mladen Petric, "wir haben es verpasst, den Gegner laufen zu lassen und müssen uns heute an die eigene Nase fassen." Der Kroate selbst hatte den Weg geebnet, an dessen Ende ein klarer Sieg hätte stehen müssen. Seinen Schuss konnte Mondragon nur abklatschen. Marcell Jansen vollendete zum 1:0 – in der 2. Minute!



Mohamads Kopfball zum Ausgleich (31.) schien schon nach 36 Minuten nicht mehr als ein Schönheitsfehler gewesen zu sein. Denn da vollendete Petric Jansens brillante Vorarbeit in Torjäger-Manier zum 2:1. Kurz nach der Pause machte Petric (wie in der Vorsaison in Köln) seinen Doppelpack perfekt – per Handelfmeter (Geromel). Die verdiente (!) 3:1-Führung in der 50. Minute.



Zweimal Jansen (54., 63.) und Jarolim (64., nach Jansen-Vorarbeit) hätten den demoralisierten Kölnern den Gnadenstoß verpassen müssen. Doch die Nachlässigkeiten bauten die Hauherren wieder auf. "Man braucht nicht von Glück und Pech zu sprechen", stellte Doppel-Torschütze Petric klar, "wir sind selbst schuld, dass wir den Gegner wieder ins Spiel gelassen haben." Novakovic sorgte in der 75. Minute per Freistoß (das Foul von Rincon an Pezzoni hatte zuvor wohl nur Schiri Weiner gesehen) für den Anschluss. Chihis Verzweiflungsschuss gegen Rozehnals Körper hatte den späten Ausgleich zur Folge (88.).



"Jedem muss klar werden, dass wir unsere Ziele so nicht erreichen werden", polterte Petric und überließ das mehr als treffende Fazit seinem Torwart. „Das fühlt sich an wie eine Niederlage“, resümierte Frank Rost – und verließ kopfschüttelnd die Arena.

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