Es war der Abschluss dieses Fußballjahres, wie ihn sich alle gewünscht hatten. Das 3:1 (2:0) des HSV gegen Aston Villa – allemal genug, um die Fans zufrieden in die Winterpause zu entlassen und den Gruppensieg sicher zu stellen. Und vielleicht sogar ein Erlebnis der Art, das Ivica Olic nachhaltig ins Grübeln bringen könnte. Der von den Bayern heiß umworbene Kroate avancierte mit zwei Traumtoren zum Mann des Abends – und wurde gefeiert wie noch nie! „Ivica, „Ivica“-Sprechchöre in der Arena. Hamburg kämpft um Olic, der sich um Weihnachten herum erklären will.
So schön sich der Erfolg gegen den Premier-League-Vierten auch lesen mag – niemand wird ihn überbewerten. Trainer Martin O’Neill hatte seinem Team Einschnitte verpasst, die sich auf dem Rasen dann auch widerspiegelten. Fünf Stars wurden geschont, zudem fehlten Bouma und Carew verletzt. „Aston light“ im Volkspark – eindeutig zu leicht für den HSV.
Es wurde ein richtig schöner, vorweihnachtlicher Abend. Mit herrlichen Toren. Mladen Petric machte den Anfang, nahm Trochowskis traumhaften 40-Meter-Pass auf und schoss mit links ein – die Führung (18.). Der 15. Pflichtspieltreffer des Neuzugangs im 23. Spiel. Eine großartige Quote.
Zwölf Minuten später begannen die Olic-Festspiele. Aogos Flanke drückte „Ivi“ im Fallen per Kopf zum 2:0 neben den rechten Pfosten. Die Fans kämpften fortan um den Verbleib ihres Angreifers in Hamburg. Und sie beflügelten ihn weiter. Was für ein Ritt, den der 29-Jährige da in der 57. Minute hinlegte. Nach Mathijsens 50-Meter-Schlag hechelte Olic dem Leder hinterher, setzte sich energisch gegen Young durch und traf knallhart mit links ins lange Eck. Was für ein Treffer! Stehende Ovationen für Olic, als er nach 67 Minuten den Platz verließ. Noch lebt die Hoffnung, dass der Kroate Ja zum HSV sagt. „Das Gras ist nicht immer grüner irgendwo anders“, meinte Trainer Martin Jol anschließend. „Es wäre fatal, einen solchen Spieler ziehen zu lassen.“
Es war ein richtig launiger Abend, den der HSV den 49 121 Fans bescherte. Trotz Delfouneso Ehrentor (82.). Zwei Minuten später flog Sidwell mit Gelb-Rot vom Platz. Das war’s dann. „Wir sind einfach gut drauf“, meinte Mladen Petric. „Aber wir sollten die Kirche im Dorf lassen.“
Nun geht der Blick in die Schweiz. Wenn morgen (13 Uhr) in Nyon die Runde der letzten 32 ausgelost wird, wartet ein Gruppendritter auf den HSV. Wer auch immer kommen mag – Hamburg freut sich auf zumindest ein weiteres Fußballfest.
Nicht zu halten: Olic (2. v. r.) setzt sich vor dem 2:0 gegen Cuellar durch. Links schauen Shorey und Petric zu.
Kroatischer Jubel Marke HSV: Mladen Petric (l.) und Ivica Olic bejubeln den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 für die Hamburger.