Nachdem der FC St. Pauli unlängst gegen die Kleinen klein beigeben musste (0:2 beim Blitzturnier in Göttingen gegen Oberligist Northeim) spielt er gegen die Großen groß auf. Erst das überaus ansehnliche 1:1 gegen Bayer Leverkusen, nun das starke 3:0 gegen den spanischen Erstligisten Racing Santander, der gegen die Kiezkicker vor 6660 Zuschauern am Millerntor nicht den Hauch einer Chance hatte. Trotzdem hatte Trainer Holger Stanislawski einiges zu bemängeln.
Natürlich könnte man behaupten, dass die Spanier auf Grund ihres Vorbereitungsstandes noch nicht im Vollbesitz ihrer Leistungsfähigkeit waren. Gleichwohl darf man feststellen: Hinten stand der Aufsteiger besonders in der ersten Hälfte bombensicher. Was vor allem an den überragenden Innenverteidigern Markus Thorandt und Carlos Zambrano lag. Aber auch spielerisch sah das oft prima aus. Kam zu toppen das 1:0 von Max Kruse (13.), dem ein blitzschneller Angriff über fünf Stationen vorausging. Die Tore von Marius Ebbers (42.) und Rouwen Hennings (77.) waren ebenfalls echte Hingucker.
Trainer Holger Stanislawski fand das Zu-Null und die drei Tore zwar positiv und gab auch zu, dass ihm einiges gefallen habe. Aber vieles eben auch weniger – nicht nur weil die Trainingsarbeit der abgelaufenen Woche sehr intensiv und Schichten teilweise zwei Stunden lang gewesen seien. „Wir haben noch zu wenig Fußball gespielt. Da will ich nicht mit zu wenig zufrieden sein“, urteilte der 40-jährige Fußball-Lehrer.
Gefallen habe ihm überdies nicht, dass „noch zu viel zurück und quer gespielt wurde“. Ins Aufbauspiel müsse mehr Schnelligkeit hinein. Und überhaupt: „Wir müssen die Abstimmung und Abläufe noch verfeinern.“ Stani, der Trainer-Fuchs! Er nörgelt St. Pauli bundesligareif. Verständlich, dass er seine Jungs auf Trab hält, versucht, alles aus ihnen rauszuholen. Dazu passt auch dies: „Wir sind in der Breite gut aufgestellt. Einige sind weiter als andere.“ Namen nennt er nicht – damit sich keiner zu sicher fühlt und keiner nachlässt.
Zum Schluss wurde Stani philosophisch. Mit Blick auf die neue Haupttribüne konstatiert er: „Sie und die Mannschaft wachsen stetig. Aber beide sind noch nicht fertig.“
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