- Baukosten für die Elbphilharmonie steigen und steigen - Bürgermeister von Beust: "Zahlen wurden sorgfältig geprüft"
Die schlimmsten Befürchtungen sind noch weit übertroffen worden. Seit gestern 15.30 Uhr ist es amtlich: Hamburgs Steuerzahler müssen mindestens 209 Millionen Euro mehr für die Elbphilharmonie bezahlen als ursprünglich angenommen. Zuletzt war mit Mehrkosten von maximal 140 Millionen Euro spekuliert worden.
Ursprünglich hatte der Senat versprochen, die Stadt zahle lediglich 50 Millionen für ein Kulturzentrum, dann hieß es, die Stadt müsse insgesamt 114 Millionen Euro aufbringen. Eine lächerlich zu niedrige Summe, wie heute klar ist: Jetzt müssen die Hamburger insgesamt 323 Millionen Euro schultern. Die Summe von 209 Millionen Euro Mehrkosten setzt sich wie folgt zusammen:
- 137 Millionen Euro gehen an den Bauunternehmer Hochtief. Dabei geht es um Forderungen des Unternehmens wegen geänderter Pläne und wegen unvorhergesehener Schwierigkeiten beim Bau selbst.
- 30 Millionen sind sogenannte Baunebenkosten, die durch eine Einigung mit den Architekten Herzog & de Meuron sowie durch personelle Aufstockung der städtischen Realisierungsgesellschaft und Projektsteuerung auflaufen.
- 22 Millionen Euro entfallen auf die Umsatzsteuer.
- 20 Millionen Euro muss die Stadt für "Unvorhergesehenes" zurücklegen. Zwar hat die Stadt mit Hochtief jetzt (erstmals!) einen verbindlichen Bauplan festgelegt und auch die Kosten fixiert. Allerdings sind noch immer fünf Prozent des Bauvolumens nicht endgültig verhandelt, erklärte Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos).
- 34 Millionen Euro steigen die Betriebskosten der Elbphilharmonie für die ersten 20 Jahre durch die Verzögerung beim Bau und die Nachbesserungen. Der Betrag errechnet sich aus der Verlängerung der Baufinanzierung und Veränderungen am Bau. Bisher war mit fünf Millionen Euro Betriebskosten im Jahr gerechnet worden, jetzt sind es 6,7 Millionen Euro.
Bürgermeister Ole von Beust (CDU) erklärte: "Die von Frau Welck vorgestellten Zahlen sind das Ergebnis einer sorgfältigen Prüfung und wurden in politisch verantwortlicher Runde unter meiner Leitung abgestimmt. Wir unterstützen das Vorgehen von Frau von Welck in jeder Hinsicht."
Die Opposition kocht vor Wut. SPD-Fraktionschef Michael Neumann: "Der Senat hat ein bundesweit beachtetes Projekt durch katastrophales Projekt- und Krisenmanagement lächerlich gemacht. Er riskiert mit immer neuen Schreckensmeldungen die Unterstützung in der Öffentlichkeit." Die Linke sprach von einem "Albtraum Elbphilharmonie". Und selbst die GAL ist fassungslos: "Bestürzend" sei die Kostenentwicklung, sagte Fraktionschef Jens Kerstan. Parteichefin Katharina Fegebank: "Die regelmäßigen Preissteigerungen bedrohen die Strahlkraft dieses eigentlich großartigen Projekts."
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?