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1500 Euro Beute

Rosa Spiderman auf Diebestour

Sie nennen sich "Santa Guevara", "Spider Mum" und "Multiflex". Ihre Verkleidung ist genauso fantasievoll wie die Namen: rosa Spiderman-Outfit, bunte venezianische Karnevalskostüme. Derart vermummt stürmten zehn bis 15 linke Autonome den Gourmet-Großmarkt "Frische Paradies Goedeken" an der Großen Elbstraße (Altona) und ließen Delikatessen im Wert von mehr als 1500 Euro mitgehen.



Der Raubzug war nach wenigen Momenten vorüber. Offenbar hatte ein Mitglied der Gruppe kurz zuvor mehrere Einkaufskörbe mit den edlen Lebensmittel gefüllt: unter anderem mit Magnum Flaschen des Champagners Ruinart (99,53 Euro), Filet vom Kobe-Rind (108,46 Euro pro Kilogramm), Hirschkeulen, edles Olivenöl und teure Valrhona-Schokolade. Dann kamen die Komplizen, schnappten sich die prall gefüllten Körbe und rannten aus dem Laden.



Kurz darauf rasten 14 Peterwagen durch Altona. Der Polizeihubschrauber Libelle machte sich aus der Luft auf die Suche nach den Flüchtigen. Bisher ohne Erfolg. Offenbar hatten sich die bunt maskierten Ladendiebe akribisch vorbereitet.



Einer völlig verdutzten Mitarbeiterin des Frische Paradies" drückten sie einen Blumenstrauß in die Hand. Daran befestigt eine Botschaft: "Ein Überleben in der Stadt der Millionäre" wäre ohne sie nicht möglich. "Obwohl wir den Reichtum von Hamburg City produzieren, haben wir kaum etwas davon. Die Orte des Reichtums sind so zahlreich wie die Möglichkeiten sich diesen Reichtum zu nehmen." In einer späteren Erklärung ließen die Aktivisten verlauten, dass sie die Delikatessen in Robin-Hood-Manier an Erzieherinnen, Praktikanten, Putzfrauen und Ein-Euro-Jobber verteilt hätten.



Vor einem Jahr schlug dieselbe Gruppe schon einmal zu. Am 1. Mai stürmten 40 maskierte Männer und Frauen das Restaurant auf dem "Süllberg" im feinen Blankenese. Damals klauten sie den betuchten Gästen Leckereien von den Tellern und schaufelten sie sich rein. Dazu beschuldigten sie den "Süllberg"-Chef Karlheinz Hauser, er bezahle seine Angestellten zu schlecht.



Doch auch gestern war der Spuk schnell vorbei. Nachdem die Demonstranten Lachs und Krabben in ihre Tüten gestopft hatten, verschwanden sie spurlos.

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Datum:  29.4.2006
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Thomas Hirschbiegel

Aufschriften auf Firmenwagen sind immer wieder ein ergötzliches Thema. Jetzt stand ich am Eimsbütteler Markt hinter einem Transporter, auf dem stand: „Vor Ihnen fahren die Maler mit Freude am Beruf.“