10 JAHRE ONLINE-WISSEN
Wie gut kennen Sie Wikipedia?
Was wissen Sie über Wikipedia?
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Was war der erste Eintrag bei Wikipedia?
In der englischsprachigen Wikipedia hat Mitgründer Jimmy Wales nach eigenen Angaben den ersten Eintrag gemacht - einen Testartikel mit dem Text "Hello, World!" Es folgten ein weitere Testseite namens "UuU" und ein Artikel über Transport.
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Und in Deutschland?
Der erste Artikel der deutschsprachigen Wikipedia dreht sich um Polymerase-Kettenreaktion - "eine Methode, um die Erbsubstanz DNA in vitro zu vervielfältigen". Es folgten Einträge über Dänemark, den Kattegat und die Nordsee. Zu den frühen Zugängen zählt auch Niue, eine isolierte Koralleninsel im Südpazifik.
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Worum geht es im längsten Artikel?
Der längste Artikel handelt auf umgerechnet 150 DIN-A4-Seiten den Schamanismus ab.
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Sind Themen in Wikipedia verboten?
Grundsätzlich ist in der Online-Enzyklopädie für alle Themen Platz - wenn die Gemeinschaft sie für relevant hält und sich jemand die Mühe macht, sie zu bearbeiten. Artikel gibt es etwa über den alemannischen Separatismus und den Scheißtag, der laut Wikipedia auch in Grimms Wörterbuch verzeichnet ist. Dem Eintrag zufolge nannten Knechte so die ein bis drei unbezahlten Arbeitstage im Jahr, die die Zeit für die Verrichtung des Stuhlgangs ausgleichen sollten.
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Versteht Wikipedia Spaß?
Auch wenn die meisten Wikipedia-Mitarbeiter ihren Job ernst nehmen, gibt es eine Nische für Spaß: Das Humorarchiv. Dort stehen Texte, die es nicht ins reguläre Lexikon geschafft haben. Etwa der über den Heiligen Bürokratius, "ein wenig bekannter römischer Heiliger, der erst in der Neuzeit eine größere Verehrung erfahren hat".
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Wie viele Artikel stehen in Wikipedia?
In der deutschsprachigen Wikipedia sind seit Mai 2001 knapp 1,2 Millionen Artikel entstanden, in der englischsprachigen sogar mehr als 3,5 Millionen.
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Die Anfänge des deutschsprachigen Online-Lexikons Wikipedia waren eher bescheiden. "Die Nordsee ist ein Mehr, ein teil der Atlant, zwischen Großbritannien, Skandinavien, und Friesland", hieß es beispielsweise 2001 in einer frühen Version des Artikels zur Nordsee. Inzwischen ist das Web-Nachschlagewerk hoch professionell, nicht nur bei N wie Nordsee.
"Damals ist Wikipedia wirklich als primitives Projekt gestartet", sagt Oesterreich, promovierter Chemiker und ehrenamtlich in der Chemie-Redaktion von Wikipedia tätig. Er hat seit 2004 knapp 4000 Wikipedia-Artikel ergänzt und gut 100 neue geschrieben.
Er gehört damit zum Kern der wenigen Tausend Wikipedia-Benutzer, die regelmäßig viele Stunden Arbeit in die Enzyklopädie investieren. "Meine ersten Artikel hätten heute keine Chance mehr, sie würden sofort gelöscht", sagt Oesterreich. Denn mittlerweile wird ein großes Vorwissen vorausgesetzt.
Dabei ist Wikipedia nur so gut wie ihre Helfer - Neulinge sind also immer erwünscht. Denn die Artikel reichen von AAAA (Baugröße von Batterien) bis ZZZ (Zentralkomitee der Zünfte Zürich) - vollständig sei Wikipedia aber längst nicht. Und den Beitrag zur Nordsee haben Hunderte Nutzer seit 2001 rund 1100 Mal geändert.
Wo Wikipedia uns in die Irre führte...
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Wo Wikipedia uns in die Irre führte...
Der Freiherr zu Guttenberg hat viele Vornamen. Wilhelm gehört aber nicht dazu. Als der CSU-Politiker im Februar 2009 Wirtschaftsminister wurde, mogelte ein anonymer Scherzbold in dessen Wikipedia-Biografie neben den zahlreichen anderen Namen eben auch den Wilhelm rein.
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Dieser Fehler stand zwar nicht lange auf der Seite, zahlreiche Medien übernahmen ihn aber offenbar ungeprüft aus dem Online-Lexikon.
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Falsche Verdächtigungen
Der amerikanische Journalist John Seigenthaler stellte im September 2005 schockiert fest, dass ihm in der Wikipedia eine Verwicklung in die Ermordung von John F. Kennedy und dessen Bruder Bobby unterstellt wurde.
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Die Behauptung stand monatelang unwidersprochen online. Der Fall führte zu heftigen Kontroversen unter den Wikipedianern, wie das Lexikon zuverlässiger werden kann.
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Politische Grabenkämpfe
Die Parteizentralen messen Wikipedia große Bedeutung zu - und legen daher oft selbst Hand an. 2007 wurde von einem Rechner der hessischen CDU-Zentrale aus der Eintrag über den grünen Landespolitiker Tarek Al-Wazir bearbeitet. Die Union verwies auf einen Praktikanten.
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Ein Jahr später versuchte ein unbekannter Autor, die US-Politikerin Sarah Palin in ein besseres Licht zu rücken, indem er die wenig schmeichelhafte Passage über ihren Spitznamen "Sarah Barracuda" löschte. Die Community sperrte den Eintrag zwischenzeitlich für Bearbeitungen.
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Geschöntes Image
Auch Unternehmen haben immer wieder versucht, die Einträge über sich oder ihre Produkte zu schönen. Microsoft etwa löschte eine kritische Passage über die Fehleranfälligkeit seiner Spielkonsole Xbox 360.
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Der Ölkonzern Chevron-Texaco ließ gleich einen ganzen Text über Biodiesel verschwinden.
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Die Manipulationen fielen aber auf - ein Instrument namens Wikiscanner konnte die Veränderungen auf die Anbieter zurückführen.
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Viele Wikipedia-Artikel sind genau so akkurat wie ihre Gegenstücke im Brockhaus oder der Encyclopaedia Britannica. Die Autorengemeinschaft pflegt aktuelle Ereignisse nicht selten binnen kürzester Zeit ein und bügelt Fehler meist schnell wieder aus. Wenn die "Weisheit der Vielen" versagt, kann es allerdings zu peinlichen Pannen kommen. Einige Schnitzer im Überblick.
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