1:5 in Hoffenheim
HSV-Debakel: Labbadia droht das Aus
Foto: Witters
Foto: Witters
Es war die pure Fassungslosigkeit, die Bruno Labbadia in die Kabine begleitete. Einen kurzen, zornigen Blick warf er unterwegs noch auf das Spielfeld, zu seinen Profis, die im Inneren schon längst nicht mehr seine Profis sind. Und nach dem 1:5 (0:3) in Hoffenheim könnte es das für den Trainer gewesen sein. Alles ist jetzt möglich. Sogar Labbadias sofortiger Rausschmiss. Denn die Botschaft von Hoffenheim war klar: Es geht nichts mehr zwischen dem Trainer und seiner charakterlosen Truppe. Zum Dank antworteten die mitgereisten Fans mit einer Bus-Blockade.
Was für ein Desaster! Der HSV hatte die Chance, den Abstand zu Rang sechs zu verkürzen – und zumindest theoretisch die Chance auf das Erreichen der Europa League zu wahren. Was dabei heraus kam, war das Desaströseste, was eine HSV-Mannschaft in den vergangenen Jahren abgeliefert hat.
"Das war eine desolate Leistung, ich bin sehr enttäuscht", erklärte Labbadia später. "Auf so eine Art und Weise haben wir uns noch nie präsentiert." Waren es schon seine Abschiedsworte?
Bereits in der Nacht sitzen Trainer und sein Vorstand zusammen, um über die unmittelbare Zukunft zu beraten. Am Montag sollen die Gespräche weiter gehen. Sollte Labbadia keinen überzeugenden Eindruck machen, dürfte er noch im Verlaufe des Tages seinen Job los sein.
Kommt es so, haben seine Profis kräftig geholfen. Mit einer 90-minütigen Horror-Show. Ganze 80 Sekunden waren in Hoffenheim gespielt, als Mathijsen die Kugel vor dem Tor an Ibisevic verlor, der zum 0:1 traf. Genau so dilettantisch ging es weiter. Boateng ließ Ibisevic ungehindert einköpfen (11.), dann traf Obasi freistehend zum 0:3 (31.). Gegenwehr des HSV? Fehlanzeige.
"Hoffmann raus", schallte es nach dem Wechsel aus der Kurve. Wohl auch, weil die Fans der Meinung sind, dass der Klubboss es längst versäumt hat, die Konsequenzen aus der seit Monaten anhaltenden Talfahrt zu ziehen. Die setzte sich in Kraichgau auch im zweiten Abschnitt fort. Nach Tesches schöner 25-Meter-Bogenlampe zum 1:3 (65.), machten Obasi (72.) und Salihovic (77.) das Hamburger Debakel perfekt.
So bleibt der Europa-League-Auftritt beim FC Fulham die letzte Chance auf das internationale Geschäft. Es klang wie blanker Hohn, was Hoffenheims Stadionsprecher den HSV-Profis nach dem Abpfiff zu rief: "Haut die Engländer weg und holt euch das Finale nach Hamburg!"
Nur: Wie soll das gehen? Und mit welchem Trainer?
Hoffenheim - HSV
Bildergalerie ( 21 Bilder )
(v.l.) Andreas Beck und Marcus Berg (HSV)
Foto: Witters
Der Trainer des HSV Bruno Labbadia.
Foto: Witters
Bruno Labbadia ist nicht zufrieden.
Foto: Witters
Das Tor zum 1:0: Frank Rost, Jerome Boaten und Joris Mathijsen (alle HSV)
Foto: Witters
Vedad Ibisevic trifft zum 1:0 für Hoffenheim.
Foto: Witters
Marvin Compper (Hoffenheim) und Piotr Trochowski kämpfen um den Ball.
Foto: Witters
Und wieder trifft Vedad Ibisevic. 2:0 für Hoffenheim.
Foto: Witters
v.l. Trainer Bruno Labbadia HSV, Co-Trainer Eddy Soezer, Teammanager Juergen Ahlert, Mannschaftsarzt Nikolai Linewitsch
Foto: Witters
Petric liegt nach Simunics Grätsche am Boden.
Foto: Witters
Simunic grätscht Petric von hinten in die Beine.
Foto: Witters
Das 3:0 für Hoffenheim durch Obasi.
Foto: Witters
Die gefrusteten HSVer Frank Rost, David Jarolim, Jerome Boateng und Jonathan Pitroipa.
Foto: Witters
Tomas Rincon und Marcus Berg (HSV) beim Kopfballduell mit Gustavo.
Foto: Witters
Christian Eichner und Robert Tesche kämpfen um den Ball.
Foto: Witters
4:1! Obasi (M.) freut sich.
Foto: Witters
Frank Rost zeigt seinen Mitspielern einen Vogel.
Foto: Witters
Frank Rost zeigt seinen Mitspielern einen Vogel.
Foto: Witters
Deprimiert verlassen die HSV-Spieler das Feld.
Foto: Witters
Und die Hoffenheimer freuen sich über ihren Sieg.
Foto: Witters
(v.l.) Marcus Berg (HSV) und Tobias Weis (Hoffenheim)
Foto:
Witters
DSDS
HSV
Panorama
Motorsport
Nachrichten
Fußball
Hoffenheim - HSV: Die MOPO-Noten
Bildergalerie ( 13 Bilder )
Hoffenheim - HSV: Die MOPO-Noten
Tomas Rincon: Wirkungslos auf rechts. Aber bei Weitem nicht der Schlechteste. Note 5
Jerome Boateng: Zeigte überhaupt nichts von dem, was ihn stark macht. An zwei Gegentreffern direkt beteiligt. Note 6
Joris Mathijsen: War das erschütternd … Note 6
Dennis Aogo: Träumt er noch von der WM? Gestern dürfte er aufgewacht sein. Und zwar unsanft. Note 6
David Jarolim: Jarolim: Sah dem Treiben hilflos zu – und resignierte schließlich. Note 5
Robert Tesche: Wie bitter – sein Traumtor interessierte niemanden. Note 4,5
Piotr Trochowski: Zunächst der Einzige, der mal aufs Tor schoss. Das allein reicht dann aber nicht. Note 5
Jonathan Pitroipa: Wie ein Zappelfisch auf dem Trockenen. Note 6
Mladen Petric: Sollte er Kräfte gespart haben wollen, dürfte ihm das gelungen sein. Note 6
Marcus Berg: Ohne Worte. Note 6
David Rozehnal (ab 46. für Berg): Hätte sich ja mal wieder zeigen können. Tat er auch. Und bestätigte, warum er seit Wochen draußen sitzt. Note 6
Tolgay Arslan (ab 56. für Pitroipa): Kam in eine tote Partie hinein. Und sah dann auch noch zu Unrecht Rot. Note 5
Frank Rost: Erst nach dem fünften Gegentor platzte ihm der Kragen. Auch der Keeper scheint keine Lösungen mehr zu finden. Note 4
DSDS
HSV
Panorama
Motorsport
Nachrichten
Fußball
Hoffenheim - HSV: Stimmen zum Spiel
Bildergalerie ( 4 Bilder )
Hoffenheim - HSV: Stimmen zum Spiel
Kapitän David Jarolim: "Das ist eine Katastrophe, wir müssen uns für so eine Leistung schämen. Es war kein Herz dabei. Wir haben ein Europa-League-Halbfinale vor der Brust und schaffen es nicht, uns in der Bundesliga Selbstvertrauen zu holen – das ist erschütternd. Wir machen uns alles selbst kaputt."
Dennis Aogo: "Man kann nicht fassen, was passiert ist. Es stand so viel auf dem Spiel und dann folgt so eine Leistung. Aber das Gerede über den Trainer ist Quatsch – er hat uns gut eingestellt, wir aber haben es nicht umgesetzt. Da stehen auch wir Spieler mal in der Pflicht. Wir stehen auf dem Platz, wir haben es vergeigt."
Joris Mathijsen: "Wir haben das Gegenteil von dem gemacht, was wir noch letzten Donnerstag gegen Fulham gezeigt haben. Natürlich fehlten uns viele Spieler – aber das darf nach so einer Leistung keine Ausrede sein."
Mladen Petric: "Ich bin wirklich fassungslos! Wir hatten uns soviel vorgenommen, doch nach zwei Minuten war schon alles vorbei. Wenn man ohnehin grad nicht soviel Selbstvertrauen hat, dann ist ein früher Gegentreffer natürlich absolutes Gift. Danach haben wir kein Mittel gefunden, um noch einmal zurückzukommen. Jetzt müssen wir alle Kräfte sammeln, um am Donnerstag gegen Fulham das Euro League-Finale zu erreichen - damit wir wenigstens dieses Ziel realisieren können."
DSDS
HSV
Panorama
Motorsport
Nachrichten
Fußball