Woyzeck ist einer, über den heute in den Nachrichten berichtet werden könnte: Einer, der aus Eifersucht und Verzweiflung seine Frau ermordet, seinen Sohn jedoch am Leben lässt. Aber auch einer wie er war mal verliebt und glücklich - und genau da setzt Regisseurin Laura Jakschas an. Sie zeigt Woyzeck und seine Marie zunächst als Liebespaar des 21. Jahrhunderts. Um dann präzise und gnadenlos in Georg Büchners Original aus dem Jahr 1836 einzutauchen, mit all dem subtilen Grauen und dem finalen Mord aus Leidenschaft.
Für ihr Regiedebüt holte sich die 29-Jährige eine Handvoll schillernder Profis. Die neunzigminütige Sicht auf den Klassiker findet einen eigenwilligen, überzeugenden Mittelweg zwischen Treue zum Autor und angemessener Aktualität. Ein verwirrend gutes (Familien-)Drama. (def)
Monsun-Theater: Heute, 20 Uhr, 15/20 Euro